Der Iran macht seine militärische Anwesenheit im Kriegsland Syrien allein von Präsident Baschar al-Assad abhängig. "Solange die syrische Regierung unsere Hilfe braucht, bleiben wir auch im Land", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Kein anderes Land könne den Iran zum Abzug aus Syrien zwingen.

Damit reagierte Ghassemi auf einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dieser hatte bei einem Treffen mit Assad angeregt, dass sich nach den Erfolgen gegen den Terrorismus und mit Beginn des politischen Prozesses alle ausländischen Truppen aus Syrien zurückziehen sollten. Dies umfasst nach Einschätzung iranischer Medien auch den Iran. "Der Iran ist ein souveränes Land mit einer unabhängigen Außenpolitik", sagte Ghassemi nun. "Uns kann man nichts vorschreiben."

Der Iran und die von ihm gesteuerte libanesische Hisbollah-Miliz zählen nach Russland zu den wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung. Doch die Präsenz im Land ist für den Iran auch von strategischer Relevanz. Ein Abzug würde die Unterstützung der schiitischen Hisbollah im Südlibanon erschweren – für den Iran der wichtigste Verbündete gegen Israel. Die israelische Regierung sieht sich durch die Anwesenheit iranischer Truppen in Syrien immer wieder bedroht. So fürchtet Israel Angriffe durch iranische Raketen, die in Syrien stationiert sein sollen.

Syrische Regierung erklärt Damaskus für "komplett sicher"

Truppen der syrischen Armee haben derweil nach eigenen Angaben die Hauptstadt Damaskus zurückerobert. "Damaskus, seine Randgebiete und die umliegenden Städte sind komplett sicher", sagte ein Militärsprecher den Staatsmedien. Erstmals seit 2012 sei damit die gesamte Region wieder unter Kontrolle der Regierung.

Kurz vor dem Auslaufen eines Waffenstillstandes hatten Regierungstruppen vom IS gehaltene Gebiete attackiert. Truppen hätten den Stadtteil Hadschar al-Aswad beschossen und seien langsam vorgerückt, berichtete das Staatsfernsehen. Auch Einwohner berichteten von Kampfjets über der syrischen Hauptstadt.

Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien ist es einigen IS-Kämpfern erlaubt worden, bestimmte Stadtteile zu verlassen. Dabei seien Büros und Fahrzeuge durch IS-Kämpfer angezündet worden, damit Dokumente und Ausrüstung nicht in die Hände der Regierung fallen. Staatsmedien dementierten diese Informationen – laut der Regierung hat es kein Abkommen zum Abzug des IS gegeben. Das Staatsfernsehen zitierte einen Militärbeamten, dem zufolge der Waffenstillstand Frauen, Kindern und älteren Menschen die Möglichkeit gegeben habe, die Region zu verlassen. Jetzt hätten die letzten Stunden im Leben des IS begonnen.