Das iranische Außenministerium hat eine iranische Beteiligung an den Raketenangriffen auf israelische Armeeposten auf den Golanhöhen dementiert. Israel benutze "frei erfundene und grundlose Unterstellungen", um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi.

Ghassemi kritisiere auch die Reaktion der internationalen Gemeinschaft. Bezogen auf Israel sagte er: "Mit solchen Reaktionen wird dem zionistischen Regime nur grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben, die die Region unsicherer und instabiler machen."

Es gebe keine militärischen Stützpunkte in Syrien

Eine ähnliche Position vertrat bereits am Donnerstag der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments. "Das ist eine weitere Lüge des zionistischen Regimes für Propagandazwecke", sagte Ausschusssprecher Mohammad Nobandegani. Der Iran habe keine militärischen Stützpunkte in Syrien, sondern lediglich militärische Berater.

Nach Darstellung Israels hatten iranische Einheiten in Syrien israelische Stellungen auf den Golanhöhen mit Raketen angegriffen. Israelische Kampfflugzeuge griffen daraufhin Stützpunkte iranischer Verbände in Syrien an.

Guterres fordert Einstellung feindseliger Handlungen

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen in New York, António Guterres, hat zu "einer sofortigen Einstellung aller feindseliger Handlungen" im Nahen Osten aufgerufen und vor einem "neuen Flächenbrand" gewarnt. UN-Sprecher Stéphane Dujarric sagte am Donnerstag, Guterres sei über die Berichte besorgt, nach denen von Syrien aus Raketen auf israelische Stellungen abgefeuert worden seien und Israel daraufhin Ziele in Syrien angegriffen habe.

Über die anschließende Normalisierung der Lage wiederum sei der UN-Chef erleichtert, heißt es in der am Donnerstagabend verbreiteten Erklärung. Die UN-Friedenstruppe auf den Golanhöhen stehe in Kontakt mit dem syrischen und israelischen Militär und habe beide Seiten zu Zurückhaltung ermahnt.   

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Hassan Ruhani bestätigt, dass sie am Atomabkommen festhalten wolle, wie auch Frankreich und Großbritannien. US-Präsident Donald Trump hatte das Atomabkommen Anfang der Woche für die USA aufgekündigt. Merkel hatte angesichts des militärischen Schlagabtauschs zwischen Israel und dem Iran gewarnt, es gehe "wahrlich um Krieg und Frieden".