Der Iran hat mit Unverständnis auf die Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA reagiert. Der iranische Präsident Hassan Ruhani nannte die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump eine "historische Erfahrung" für sein Land. Die USA hätten nie ihre Verpflichtungen erfüllt, sagte Ruhani im Staatsfernsehen. Er kündigte zugleich aber an, sein Land werde sich auch an ein Atomabkommen halten, dem die USA nicht angehörten.

"Wir haben statt eines Abkommens mit sechs Staaten nun eines mit fünf", sagte Ruhani. "Wir lassen nicht zu, dass Trump diesen psychologischen Krieg gewinnt." Nun würden iranische Diplomaten mit den anderen fünf Verhandlungspartnern das weitere Verfahren besprechen, sagte der Präsident.

Ruhani drohte aber auch, dass der Iran "in den nächsten Wochen" Uran in größeren Mengen anreichern könnte als zuvor.  Er habe die iranische Atomenergieorganisation angewiesen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um gegebenenfalls "die unbegrenzte industrielle Anreicherung" wiederaufzunehmen, sagte Ruhani im Staatsfernsehen. Man werde aber einige Wochen mit der Umsetzung dieser Entscheidung warten.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor verkündet, dass sich die USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen. Zudem will er die in der Folge des Wiener Abkommens von Juli 2015 ausgesetzten Finanz- und Handelssanktionen wieder einsetzen.