Die israelische Armee hat neue Luftangriffe auf Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen geflogen. 25 militärische Ziele seien getroffen worden, teilte die Armee mit. Dies sei eine Reaktion auf den Beschuss Israels mit Raketen und Granaten aus dem Palästinensergebiet.

Nach der Eskalation der Kämpfe erklärte sich der Sprecher der militanten Palästinenser-Gruppe Islamischer Dschihad zu einer Waffenruhe bereit. Die palästinensischen Fraktionen würden sich an die Feuerpause halten, solange auch Israel dies tue, sagte einer ihrer Sprecher, Daud Schebab. Ein israelischer Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, wies dies allerdings zurück. Berichte über eine Feuerpause seien nicht zutreffend, sagte er.

Nach Angaben des israelischen Militärs hatten die Extremisten am Dienstag bis 20 Uhr Ortszeit 70 Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Israel habe im Gegenzug Ziele im Gazastreifen angegriffen. Drei israelische Soldaten seien verletzt worden. Berichte über Opfer unter den Palästinensern lagen zunächst nicht vor. Für die Angriffe auf Israel übernahm neben dem Islamischen Dschihad der bewaffnete Flügel der radikalislamischen Hamas die Verantwortung. Es handle sich um eine Reaktion auf "die israelische Aggression und Verbrechen gegen das palästinensische Volk".

Im Süden Israels gab es bis zum späten Dienstagabend Explosionen durch Beschuss aus dem Gazastreifen – die israelische Armee erklärte, in zahlreichen Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens sei Raketenalarm ausgelöst worden.

Granate in der Nähe eines Kindergartens

Bereits am Dienstagmorgen waren vom Gazastreifen aus nach Angaben der israelischen Armee rund 30 Mörsergranaten auf Südisrael abgefeuert worden. Die meisten seien abgefangen worden. Nach Angaben eines Armeesprechers explodierte eine Granate in der Nähe eines Kindergartens, der beschädigt worden sei. Kinder hielten sich dort nicht auf. Die Armee erklärte, einige der Raketen aus dem Gazastreifen stammten mutmaßlich aus dem Iran.

Auf Antrag der USA kommt am Mittwoch der UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung wegen der palästinensischen Granatenangriffe auf Israel zusammen. "Der Sicherheitsrat muss Stellung beziehen zu der jüngsten Runde von Gewalt gegen unschuldige israelische Zivilisten", erklärte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley. Die Führung der Palästinenser müsse "zur Rechenschaft gezogen werden".

Die Zunahme der Gewalt zwischen Israel und radikalen Palästinensern im Gazastreifen erfolgte nach wochenlangen Protesten und Zusammenstößen an der Grenze des Gazastreifens zu Israel. Seit Ende März versammeln sich dort Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren. Sie fordern die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die bei der Staatsgründung Israels vor 70 Jahren vertrieben wurden. Bei den Protesten wurden mindestens 121 Palästinenser getötet.

Gazastreifen - Israel fängt Granaten ab Nach Angaben des israelischen Militärs sind mehrere Granaten vom Gazastreifen aus auf Israel abgefeuert worden. Die meisten seien vom Luftabwehrsystem abgefangen worden. © Foto: MENAHEM KAHANA/AFP/Getty Images