US-Präsident Donald Trump und sein Vize Mike Pence werden in der kommenden Woche nicht an der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem teilnehmen. Das Weiße Haus teilte mit, Trump werde eine hochrangige Delegation zu der Zeremonie entsenden, mit der die USA Jerusalem formal als israelische Hauptstadt anerkennen.

Trump hatte die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem im vergangenen Jahr angeordnet und damit eines seiner Wahlkampfversprechen eingelöst. Weltweit gab es Kritik an seiner Entscheidung. Der Schritt mache es schwieriger, Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu erlangen, lautet ein Vorwurf. In der arabischen Welt und vor allem unter Palästinensern löste Trumps Beschluss scharfe Proteste aus.

Der Status von Jerusalem ist eine der heikelsten Fragen im Nahost-Konflikt. Israel hatte den Ostteil samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert, die Vereinten Nationen erkennen die Annexion aber nicht an. Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaats.

Internationaler Konsens war bisher, dass der Status von Jerusalem erst in einem Friedensabkommen mit den Palästinensern festgelegt werden soll. Daran hatten sich auch vorherige US-Regierungen stets gehalten.

Ivanka Trump wird nach Jerusalem fahren

Bei der Einweihung der Botschaft am 14. Mai soll der stellvertretende US-Außenminister John Sullivan die Delegation anführen. Ihr angehören werden auch Finanzminister Steven Mnuchin sowie Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner, teilte das Weiße Haus mit. 

Zunächst wird die US-Botschaft mit einem kleinen Stab im Gebäude des US-Konsulats untergebracht, das zwischen dem Westteil Jerusalems und den palästinensischen Wohngebieten im Ostteil liegt.

Die Einweihnung fällt mit dem 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung zusammen. Die Palästinenser bezeichnen diesen Jahrestag als "Nakba", was "Katastrophe" oder "Unglück" heißt. Für sie bedeutete die Gründung des israelischen Staates den Beginn der Vertreibung und Flucht von rund 760.000 Landsleuten.