Die kolumbianische Regierung und die Nationale Befreiungsarmee (ELN) wollen ihre Friedensverhandlungen kommende Woche in Havanna wieder aufnehmen. Die Verhandlungen waren im Januar in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito unterbrochen worden, dabei war auch der Waffenstillstand ausgelaufen. Beide Seiten teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit, die Ausarbeitung einer neuen Waffenruhe sei das wichtigste Ziel der neuen Gesprächsrunde.

Die Friedensverhandlungen hatten mehr als ein Jahr lang in Ecuador stattgefunden. In dem Andenstaat gibt es allerdings immer mehr Gewalt durch die boomende Kokainindustrie in Kolumbien. Außerdem hatte die ELN mit ihren 5.000 Kämpfern im Januar wieder mit Angriffen auf Polizei- und Militäreinheiten begonnen; die Armee schlug daraufhin zurück. Weil die Kämpfe in unmittelbarer Nähe zur ecuadorianischen Grenze stattfinden, war Präsident Lenín Moreno nicht mehr bereit, die Vermittlerrolle einzunehmen. Daraufhin wurde beschlossen, die Verhandlungen nach Kuba zu verlegen.

In Kubas Hauptstadt hatte die kolumbianische Regierung Ende 2016 schon ein historisches Friedensabkommen mit der Farc abgeschlossen, der bis dahin größten Guerillaorganisation des südamerikanischen Landes. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos bekam für seinen Einsatz den Friedensnobelpreis.