Das Weiße Haus hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach US-Präsident Donald Trump die Möglichkeiten für eine Reduzierung der Militärpräsenz in Südkorea analysieren lässt. Das sei "völliger Unsinn", sagte der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, John Bolton. "Der Präsident hat das Pentagon nicht gebeten, Pläne zur Reduzierung der amerikanischen Kräfte, die in Südkorea stationiert sind, vorzulegen."

Über die angeblichen Erwägungen hatte die New York Times unter Berufung auf mehrere Insider berichtet. Trump habe das Verteidigungsministerium angewiesen, Möglichkeiten für die Reduzierung zu prüfen, schrieb die Zeitung. Der Schritt könne im Zusammenhang mit dem Treffen stehen, das in den kommenden Wochen zwischen dem US-Präsidenten und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un stattfinden soll.

Der Plan eines möglichen Truppenabbaus auf der Koreanischen Halbinsel solle keine Rolle bei den Gesprächen zwischen Trump und Kim spielen, heißt es in dem Bericht weiter. Dennoch dürfte ein möglicher Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea mittelfristig dazu führen, dass die Zahl der momentan stationierten 28.500 US-Soldaten reduzierte werde.

Trump hatte häufiger bekräftigt, dass er entschlossen zu einer Reduzierung der Truppen in Korea sei, auch weil die USA nicht angemessen für deren Präsenz kompensiert würden. Schließlich seien die US-Soldaten hauptsächlich dort stationiert, um Japan zu schützen. 

Verhandlungen "ohne Vorbedingungen"

Ende 2018 läuft ein Abkommen zwischen den USA und Südkorea über die Stationierung der US-Truppen auf der Halbinsel aus. Die US-Regierung verlangt, dass Südkorea künftig die vollen Kosten für die stationierten Truppen bezahlen soll, bisher trägt das Land die Hälfte von mehr als 800 Millionen US-Dollar im Jahr.

In Sicherheitskreisen wird befürchtet, dass US-Präsident Trump vor Euphorie über den plötzlichen Erfolg des Friedensprozess dem nordkoreanischen Machthaber zu voreilig einen Abzug der US-Truppen anbieten könne. US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte dazu, man werde nun erst die Verhandlungen führen, "ohne Vorbedingungen zu stellen", wie diese zu laufen haben.