Die griechische und die mazedonische Regierung haben eine Lösung für den Staatsnamen von Mazedonien gefunden. Es gebe eine Variante, die für beide Seiten akzeptabel sei, sagte der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Allerdings müsse man nun noch Rücksprache im eigenen Land halten, ob die Absprache umsetzbar sei. "Wenn das so ist, dann haben wir wahrscheinlich eine Lösung", sagte Zaev.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras bestätigte, dass es Fortschritte gegeben habe. "Wir haben einen langen Weg hinter uns gelegt, aber noch steht uns ein langer Weg bevor. Wir sind noch nicht in der Position zu sagen, dass wir eine Einigung haben", sagte Tsipras. Er schloss ein weiteres Treffen mit Zaev Anfang Juni nicht aus. "Die letzten Meter (der Verhandlung) sind die schwierigsten."

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach in Sofia lediglich von Fortschritten bei der Beilegung des Konflikts. Beide Länder hätten deutlich gemacht, dass sie noch nicht am Ziel seien. "Es wäre sehr zu wünschen, dass die Namensfrage geklärt werden kann, weil gerade für Mazedonien davon natürlich sehr viel abhängt", sagte Merkel.

Streit seit 1991

Die griechische Regierung blockiert wegen des Streits den Beginn von Beitrittsgesprächen zwischen Mazedonien und der Europäischen Union sowie eine Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis Nato. Die linksgerichteten Regierungen beider Länder haben sich jedoch vorgenommen, diesen Streit beizulegen und hatten zuletzt über einen möglichen Kompromiss verhandelt. Griechenland hatte beispielsweise vorgeschlagen, die Republik Mazedonien könnte einen zusammengesetzten Namen nutzen, beispielsweise einen Zusatz wie "Neu" oder "Nord". 

Der Namensstreit begann 1991, als Mazedonien seine Unabhängigkeit von Jugoslawien erlangte. Nach Auffassung der Griechen ist das alte Königreich Mazedonien mit dem Herrscher Alexander dem Großen ein integraler Bestandteil des Landes und des kulturellen Erbes. Wenn sich die Republik Mazedonien also so nenne, erhebe sie damit implizit auch Ansprüche auf das griechische Makedonien. Für die Griechen ist das ein aggressiver Akt. Mazedonische Vertreter halten dagegen, ihr Land sei seit langer Zeit als Mazedonien bekannt. Offiziell wird der Staat als "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien" bezeichnet.