Die USA unterstützen im Streit um ein angebliches geheimes Atomprogramm des Iran Israels Premier Benjamin Netanjahu. Die von ihm vorgelegten Geheimdiensterkenntnisse seien authentisch, sagte US-Außenminister Mike Pompeo auf dem Rückflug von seiner Nahost-Reise.

Laut dem Außenminister waren die USA über das Material bereits informiert. Doch gebe es "Tausende neue Dokumente und neue Informationen". Das Material werde nun gesichtet, um das "Ausmaß" abschätzen zu können. "Aber es ist der Fall, dass es neue Informationen über dieses Programm gibt", sagte Pompeo.

Möglichen Kritikern hielt er gleich entgegen: "Ich weiß, dass es Leute gibt, die sagen, dass diese Dokumente nicht authentisch sind." Pompeo könne aber bestätigen, "dass diese Dokumente echt sind, sie sind authentisch".

Pompeo hat angeblich Dokumente über ein geheimes Atomprogramm gesehen

Den Iran bezichtigte der Außenminister mit Blick auf das internationale Atomabkommen von 2015 der Lüge. Es sei nicht auf gutem Glauben oder auf Transparenz entstanden, sondern auf Grundlage der Lügen des Landes, sagte Pompeo. Er habe iranische Unterlagen einsehen können, die zeigten, "dass Iran mehrere Jahre lang ein geheimes Nuklearwaffenprogramm hatte".

Der ehemalige CIA-Chef wurde erst in der vergangenen Woche als Außenminister bestätigt. Gleich im Anschluss machte er sich auf die Reise in den Nahen Osten. Bei seinem Besuch in Israel traf er den israelischen Ministerpräsidenten.

Netanjahu hatte am Montag Dokumente des Geheimdienstes präsentiert, nach denen der Iran in der Vergangenheit nach einem Atomwaffenprogramm gestrebt haben soll. Anschließend empfahl Netanjahu US-Präsident Donald Trump, sich aus dem internationalen Atomabkommen zurückzuziehen.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif wies die Anschuldigungen zurück und sprach von "aufgewärmten alten Vorwürfen". Trump will bis zum 12. Mai entscheiden, ob die Vereinigten Staaten aus dem Vertrag aussteigen werden.