Israel und militante Palästinenser haben ihre gegenseitigen Angriffe vorerst beendet. Seit dem Morgen habe es keine Angriffe mehr aus Gaza gegeben, entsprechend hätte Israel seine Angriffe eingestellt, schrieb die Zeitung Haaretz. Während die radikalislamische Hamas bereits von einer Waffenruhe spricht, will Israel noch nicht so weit gehen: Man werde ein von Ägypten vermitteltes Waffenruheabkommen respektieren, berichteten israelische Medien unter Berufung auf die Armee und das Verteidigungsministerium. Das israelische Sicherheitskabinett will am Abend in Tel Aviv über die aktuelle Lage beraten.

Seit Dienstagmorgen waren mehr als 100 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Israel reagierte mit Angriffen auf Ziele der Hamas und der Terrorgruppe Islamischer Dschihad. Am Mittwochmorgen hieß es dann vonseiten der Hamas, man habe sich auf eine Rückkehr zu der 2014 von Ägypten angebahnten Waffenruhe geeinigt. Dies wurde von Israel dementiert. In den Berichten hieß es lediglich, Israel werde auf Ruhe mit Ruhe reagieren. Derzeit rechne man nicht damit, dass die Angriffe wieder aufgenommen würden, schreibt Haaretz.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland äußerte sich am Mittwoch bestürzt über die jüngsten Raketenangriffe auf Israel. "Das menschenverachtende Vorgehen der Hamas und des Islamischen Dschihad ist unerträglich", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. "Die Terroristen zeigen deutlich, dass sie keinen Frieden mit Israel wollen und weiterhin die Vernichtung Israels als Ziel haben." Schuster appellierte an die Bundesregierung, wirksam gegen die Hamas vorzugehen. "Vor allem die Verwendung von UN- und EU-Hilfsgeldern an palästinensische Organisationen muss kritisch überprüft werden. Hier darf es keine falsche Toleranz geben."

Bundesregierung setzt sich für Waffenstillstand ein

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes verurteilte die Angriffe auf Israel scharf – vor allem, weil auch ein Kindergarten getroffen worden sei. Der Beschuss müsse unverzüglich aufhören. Die Regierung unterstütze daher jede Bemühung für einen Waffenstillstand, so der Sprecher. Zugleich bekräftigte er das Recht Israels, sich zu verteidigen und "angemessen auf Angriffe" zu reagieren.

Die Lage im Gazastreifen ist seit Wochen angespannt. Seit Ende März versammeln sich dort Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren, die von Israel und Ägypten nach der Machtübernahme der Hamas 2007 verhängt wurde. Bei den Protesten und damit verbundenen Unruhen wurden seit Ende März mehr als 100 Palästinenser getötet und Tausende verletzt – mindestens 58 von ihnen starben allein am 14. Mai, als anlässlich der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem die Lage an der Grenze eskalierte.