US-Präsident Donald Trump hat Kim Jong Un "sehr starke Sicherheiten" zugesichert, sollte er sich mit den USA auf ein Abkommen zur nuklearen Abrüstung einlassen. Trump sagte in Washington über Nordkoreas Machthaber: "Er wäre dort. Er wäre in seinem Land an der Macht. Sein Land würde sehr reich werden."

Trump distanzierte sich auch von seinem Sicherheitsberater John Bolton, der im Umgang mit Nordkorea das so genannte Libyen-Modell ins Spiel gebracht hatte. Dieses sieht vor, dass Nordkorea nach dem Vorbild Libyens Atomwaffen schnell an die USA oder andere Länder übergibt.

Trump sagte zu Beginn eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg: "Das Libyen-Modell war ein ganz anderer Deal." Die USA hätten "Libyen vernichtend geschlagen". Dies sei nicht der Plan für Nordkorea, so Trump. Er hoffe stattdessen auf ein prosperierendes Nordkorea. Das Libyen-Modell sei aber denkbar, "wenn wir keinen Deal erreichen", sagte der US-Präsident.

Libyen hatte vor 15 Jahren erklärt, seine Massenvernichtungswaffen im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen zerstören zu wollen. Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi wurde später – am 20. Oktober 2011 – im Zuge von landesweiten Aufständen getötet. Unterstützt wurden die Rebellen damals von den USA sowie den europäischen Atommächten Frankreich und Großbritannien. Die nordkoreanische Führung betrachtet ihr Atomprogramm daher auch als Absicherung der Macht.

Gipfel in Singapur - Trump und Kim treffen sich am 12. Juni Am 12. Juni wollen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump in Singapur zusammenkommen. Bei den Gesprächen wird es vor allem um eine Friedenslösung für die koreanische Halbinsel und das nordkoreanische Atomprogramm gehen. © Foto: Kim Sue-Han/Getty

Trump rechnet mit Treffen im Juni

Das Regime in Pjöngjang hatte zuletzt gedroht, ein geplantes Gipfeltreffen von Trump und Kim am 12. Juni abzusagen. Man habe an einem Treffen mit Trump kein Interesse, falls es nur um "einseitige" US-Forderungen nach einer nordkoreanischen Abkehr von Atomwaffen gehe. Eine für Mittwoch geplante Zusammenkunft ranghoher nord- und südkoreanischer Regierungsvertreter hatte die Kim-Führung laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bereits abgesagt. Grund waren die jährlichen Militärmanöver der USA und Südkoreas, die am Montag begannen und bis zum 25. Mai andauern sollen.

Trump geht nach eigenen Worten weiter davon aus, dass das Treffen im Juni stattfinden wird. Man sei mit Nordkorea in Kontakt, als sei nichts passiert, sagte er. Bei dem geplanten Treffen soll es um eine Lösung des langjährigen Konflikts um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm gehen.