Der Chef von Österreichs liberaler Oppositionspartei Neos, Matthias Strolz, hat überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Die Neos verorten sich in der bürgerlichen Mitte. Sie waren zuletzt bei mehreren Landtagswahlen erfolgreich.

"Die Pionierphase ist erfolgreich abgeschlossen", begründete Parteigründer Strolz seinen Rückzug. Die nächste Wachstumsetappe solle von einer neuen Führung ausgehen.

Die junge Partei führt im Bundesland Salzburg Koalitionsverhandlungen mit der konservativen ÖVP und den Grünen. Sollten sie erfolgreich sein, wäre es die erste Regierungsbeteiligung der Neos.

Strolz will bis Ende Juni den Posten als Parteivorsitzender abgeben und bis zum Herbst als Fraktionschef gehen. Auch aus dem Parlament will er ausscheiden. "Ich bin nicht Passagier. Ich bin der Pilot meines Lebens", sagte Strolz zu seiner Entscheidung.

Der 44-Jährige ist vor allem für seine leidenschaftlichen Reden bekannt. Seine Hauptthemen waren das Durchbrechen von "verkrusteten Machtstrukturen" und das Initiieren einer Bildungsreform.

Der frühere Unternehmer und Berater schaffte 2013 mit seiner kurz zuvor gegründeten Partei Das Neue Österreich auf Anhieb den Einzug in das Parlament. Bei den Wahlen 2017 kamen die Neos auf 5,3 Prozent und zehn der 183 Mandate.