Der frühere US-Offizier Oliver North wird neuer Präsident der US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA). Die Direktion des Verbandes ernannte den 74-Jährigen zum Nachfolger von Pete Brownell, wie die NRA mitteilte. Geschäftsführer Wayne LaPierre rühmte North als "legendären Kämpfer für die amerikanische Freiheit".

North war eine der zentralen Figuren des Iran-Contra-Skandals der Achtzigerjahre. Als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats von Präsident Ronald Reagan war er in den geheimen Verkauf von Waffen an den Iran verwickelt, mit dem ein US-Handelsembargo unterlaufen wurde. Die Einnahmen aus dem Deal wurden an die rechtsgerichteten Contra-Rebellen im zentralamerikanischen Nicaragua weitergeleitet.

North gestand damals seine Beteiligung an diesen illegalen Aktivitäten ein und wurde zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Die Strafen wurden jedoch später aufgehoben. Der frühere Oberstleutnant betätigte sich in den vergangenen Jahren als Kommentator des rechtsgerichteten Fernsehsenders Fox News. Diesen Job wird er mit Übernahme des NRA-Präsidentenamtes abgeben.

Der politisch überaus einflussreiche Verband hat nach eigenen Angaben rund fünf Millionen zahlende Mitglieder und setzt sich seit Jahrzehnten erfolgreich gegen die Verschärfungen des laxen US-Waffenrechts ein.

Auch nach dem Amoklauf von Florida im Februar, der eine neue Massenbewegung für schärfere Regulierungen des privaten Waffenbesitzes auslöste, hat die NRA bislang einschneidende Reformen auf Bundesebene verhindern können. Zu US-Präsident Donald Trump unterhält die NRA gute Kontakte. Erst am vergangenen Freitag hielt der US-Präsident eine Rede bei der NRA-Jahresversammlung im texanischen Dallas.