Im Fall des Anschlags auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter ist unklar, wie viel von dem Nervengift Nowitschok dabei verwendet wurde. Auch die Organisation für das Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sieht sich nicht in der Lage, die verwendete Menge zu schätzen. Diese könne "vermutlich in Milligramm ausgedrückt" werden, heißt es lediglich in einer Mitteilung der Organisation.

Bei der Untersuchung des Nervengifts durch Experten der OPCW sei aber festgestellt worden, dass das Gift "von großer Reinheit, langlebig und wetterbeständig" gewesen sei, hieß es weiter. Sergej und Julija Skripal waren am 4. März im südenglischen Salisbury bewusstlos auf einer Parkbank gefunden worden, die Ärzte konnten ihr Leben retten.

Die britische Regierung macht Russland für den Giftangriff auf die Skripals verantwortlich. OPCW-Experten hatten festgestellt, dass bei dem Angriff der ursprünglich in der Sowjetunion fabrizierte Giftstoff Nowitschok verwendet wurde. Die OPCW hatte sich in einem Bericht vom April aber nicht dazu geäußert, woher das Gift kam und wer vermutlich für den Anschlag verantwortlich ist.

Die russische Regierung hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und auch Kritik an dem OPCW-Bericht geübt. Nach dem Vorfall hatten zahlreiche westliche Länder russische Diplomaten ausgewiesen, Russland reagierte mit der Ausweisung derselben Anzahl westlicher Diplomaten.

Julija Skripal ist inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und an einen unbekannten Ort gebracht worden, ohne dass russische Diplomaten sie sprechen durften. Ihr Vater ist außer Lebensgefahr, wird aber nach offiziellen Angaben immer noch in der Klinik behandelt. Wann er entlassen wird, wollte ein Sprecher der Klinik nicht sagen.