Die USA haben Nordkorea für den Fall eines Verzichts auf dessen Atomwaffenprogramm umfangreiche Wirtschaftshilfe in Aussicht gestellt. Wenn Pjöngjang mutig und schnell entnuklearisiere, sei sein Land zur Zusammenarbeit bereit, um für Nordkorea "Wohlstand auf dem Niveau unserer südkoreanischen Freunde zu erreichen", sagte Pompeo bei einer Pressekonferenz mit seiner südkoreanischen Kollegin Kang Kyung Wha.

Der US-Chefdiplomat äußerte sich nach seiner Reise nach Pjöngjang, die vor allem der Vorbereitung auf das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen von Präsident Donald Trump und Machthaber Kim Jong Un galt. Zudem sicherte Pompeo die Freilassung dreier Amerikaner aus nordkoreanischer Haft.

Seine jüngsten Gespräche mit Kim seien "konstruktiv" und "gut" verlaufen, sagte Pompeo. Er habe deutlich gemacht, dass die USA Nordkorea als einen "engen Partner" wollten, und nicht als Feind. Mit Kim habe er zudem darüber gesprochen, dass Amerika in der Vergangenheit schon oft Gegner hatte, mit denen es inzwischen eine tiefe Partnerschaft pflege. "Unsere Hoffnung ist, dass wir das Gleiche auch mit Blick auf Nordkorea erzielen können", sagte Pompeo.

Nordkorea ist schon eine Atommacht

Seit Trump die Pläne für ein Gipfeltreffen mit Kim bekanntgab, steht jedoch wiederholt die Frage im Raum, ob die beiden unter der Vorgabe der "Entnuklearisierung" das Gleiche verstehen. Für die USA bedeutet dies, dass Nordkorea seine bereits gebauten Atomwaffen aufgibt. Doch das Land hat seinen Willen zum Dialog damit begründet, dass es nun schon eine Atommacht sei. Dies nährt anhaltende Skepsis, ob Nordkorea sein Nuklearwaffenprogramm tatsächlich aufgeben will.

Pompeo sagte, es müsse eine "vollständige" und "überprüfbare" Entnuklearisierung geben. Dazu gehörten auch Inspektionen, um eine Einhaltung der Vorgabe zu gewährleisten. "Ich denke, dass es mit Blick auf die ultimativen Ziele vollständige Einigkeit gibt", fügte er hinzu. Details dazu nannte er nicht.

Südkoreas Außenministerin Kang begrüßte das geplante Treffen von Trump und Kim als "historische" Chance, ließ aber auch Skepsis durchblicken. So ging sie auch auf Befürchtungen ein, wonach Nordkorea den Abzug der US-Truppen aus Südkorea verlangen könnte. Die Präsenz amerikanischer Soldaten habe in den vergangenen 65 Jahren eine entscheidende Rolle für Abschreckung, Frieden und Stabilität auf der Koreanischen Halbinsel gespielt. Sie sei in erster Linie eine Frage der Beziehungen zwischen den USA und Südkorea. Änderungen am Kontingent der US-Streitkräfte in Südkorea sollten beim Gipfel daher nicht auf der Agenda stehen.