US-Sonderermittler Robert Mueller hat in den Untersuchungen zur Russland-Affäre einem Zeitungsbericht zufolge eine Liste mit Fragen an das Weiße Haus übergeben. In den Fragen gehe es unter anderem um den Verdacht einer möglichen Justizbehinderung durch Präsident Donald Trump; der Katalog enthalte aber auch Fragen zu den Gründen des Präsidenten, den früheren FBI-Direktor James Comey zu entlassen. Wie die New York Times am Montag schrieb, gab Muellers Team die Liste aus mindestens vier Dutzend Fragen telefonisch an Trumps Anwälte weiter.

Offenbar deuten die Fragen darauf hin, dass Mueller genug Indizien haben könnte, um dem Verdacht einer Justizbehinderung durch Trump nachzugehen. Diesem Verdacht setzte sich Trump unter anderem aus, als er im vergangenen Mai den damaligen FBI-Direktor Comey entließ. Zudem hat der Sonderermittler offenbar Grund zur Annahme, dass Trump von den Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams gewusst haben könnte. Es gibt allerdings weiter keine Hinweise darauf, dass Mueller gegen den Präsidenten selbst ermittelt oder dass er Beweise für aktive Absprachen mit Russland gefunden hat.

Laut der New York Times, die sich auf eine Quelle außerhalb von Trumps Anwaltsteam beruft, will der Sonderermittler wissen, ob Trump von möglichen illegalen Kontakten zwischen seinem Wahlkampfteam und Moskau gewusst habe – darunter auch ein Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 im Trump Tower, bei dem es um brisantes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegangen sein soll. "Wann haben Sie von dem Treffen im Trump Tower erfahren?", lautet demnach eine der Fragen.

An anderer Stelle frage Mueller, ob Trump mit Mitarbeitern seines Wahlkampfteams über Pläne für ein mögliches Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen habe und ob der Präsident seinem früheren Sicherheitsberater Michael Flynn eine Begnadigung angeboten habe. Muellers Büro gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme ab. Trump hatte die Vorwürfe wiederholt allesamt zurückgewiesen und die Ermittlungen als "Hexenjagd" bezeichnet.