Im Streit mit US-Präsident Donald Trump erhebt die unter dem Namen Stormy Daniels tätige US-Pornodarstellerin Stephanie Clifford neue Vorwürfe. Ihr Anwalt Michael Avenatti sagte, Trumps langjähriger Rechtsbeistand Michael Cohen habe kurz nach dem Wahlsieg seines Mandanten 2016 von einem russischen Oligarchen aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin eine Zahlung von 500.000 Dollar erhalten. US-Medienberichten zufolge soll das Geld auf einem Konto hinterlegt worden sein, das für die Schweigegeldzahlung an Clifford verwendet wurde.

Wie der Sender CNN berichtete, wurden der Oligarch Viktor Vekselberg und sein Cousin Andrew Intrater von US-Beamten befragt, die zur mutmaßlichen russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf ermitteln. Vekselberg und sein Cousin überwiesen die 500.000 Dollar laut einem Dokument, das Avenatti veröffentlichte, in acht einzelnen Zahlungen. "Herr Cohen hat diese Zahlungen unerklärlicherweise angenommen, als er der persönliche Anwalt des Präsidenten war", heißt es in dem Dokument. Die New York Times und der Sender NBC News berichteten, Dokumente eingesehen zu haben, die Avenattis Angaben stützten.

Mehrere Unternehmen zahlten

Auch mehrere andere Unternehmen sollen laut New York Times Hunderttausende Dollar an die Firma gezahlt haben, über die Cohen die Zahlung an Clifford leistete. Darunter seien beispielsweise 200.000 Dollar des Telekommunikationskonzerns AT&T, dessen geplante Fusion mit dem Medienunternehmen Time Warner derzeit vor Gericht verhandelt wird. Die US-Regierung blockiert derzeit mit einer Klage die milliardenschwere Übernahme durch AT&T.

AT&T teilte mit, Cohens Firma Essential Consultants Anfang 2017 engagiert zu haben, um "Einblicke in die neue Regierung" zu bekommen. Der Vertrag sei im Dezember 2017 beendet worden. Es habe sich nicht um Lobbyarbeit gehandelt. Auch die Tochterfirma des Schweizer Pharmakonzerns Novartis sowie der Flugzeughersteller Korea Aerospace Industries sollen hohe Geldzahlungen an das Unternehmen geleistet haben.

Clifford hatte nach eigener Aussage im Jahr 2006 eine Affäre mit Donald Trump. Der jetzige US-Präsident bestreitet das. Allerdings hat sein Anwalt Cohen zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt.

Trump hatte am Donnerstag überraschend erklärt, Cohen die 130.000 Dollar erstattet zu haben. Zuvor hatte der Präsident betont, von der Zahlung nichts gewusst zu haben.