US-Präsident Donald Trump hat seinem langjährigen Anwalt Michael Cohen die Zahlung von 130.000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels erstattet. Dies gab sein neuer Rechtsberater Rudy Giuliani in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News bekannt. Trump habe von der Zahlung gewusst und seinem Anwalt Michael Cohen die Summe "über mehrere Monate hinweg" überwiesen, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister. "Soweit ich weiß, kannte er nicht die Einzelheiten, aber generell wusste er, wie Michael solche Dinge klärt", so Giuliani, der als langjähriger Freund von Trump gilt und seit April seinem Anwaltsteam angehört.

"Das müssen Sie meinen Anwalt fragen"

Die Pornodarstellerin Stormy Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte nach eigener Aussage im Jahr 2006 eine Affäre mit Donald Trump. Der jetzige US-Präsident bestreitet das. Allerdings hat sein Anwalt Cohen zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt.

Auch Trump selbst hatte Anfang April gesagt, nichts von der Zahlung gewusst zu haben. Als er von Journalisten an Bord der Air Force One gefragt wurde, ob er über die Zahlung informiert gewesen sei, sagte er: "Nein." Und er wisse auch nicht, woher das Geld stammte. Als er dann gefragt wurde, warum sein Anwalt das Geld gezahlt habe, sagte Trump: "Das müssen Sie Michael Cohen fragen."

"Kein Wahlkampfgeld"

Die Zahlung ist vor allem deshalb brisant, weil es sich um eine mutmaßliche Wahlkampfhilfe für Trump und damit womöglich auch um eine nicht deklarierte und somit illegale Wahlkampfspende gehandelt haben könnte. Auch deshalb beteuerte Giuliani im Interview mit Fox News, das Geld stamme nicht aus den Mitteln zum Wahlkampf, Trump habe nicht gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen. "Es war kein Wahlkampfgeld. Die Gesetze zur Wahlkampffinanzierung wurden nicht verletzt", sagte Giuliani, wie man auch in einem von der New York Times veröffentlichten Transkript des Interviews nachlesen kann.

Cliffords Anwalt Michael Avenatti sagte dem Sender MSNBC, die Äußerungen des früheren Staatsanwalts machten ihn sprachlos. Das amerikanische Volk sei über Monate über die Vereinbarung belogen worden und habe es verdient, nun die Wahrheit zu erfahren.

Anlass für die Äußerungen könnten die Durchsuchungen der Bundespolizei FBI bei Cohen sein. Am 9. April beschlagnahmten die Ermittler der Bundespolizei in dessen Büro, in einer Wohnung und einem Hotelzimmer E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.