China hat einem Fernsehbericht zufolge Marschflugkörper auf mehreren umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer stationiert, mit denen Flugzeuge und Schiffe getroffen werden können. Die Raketen seien auf Atolle in der Spratly-Inselgruppe gebracht worden, berichtete der Sender CNBC unter Berufung auf Insider mit Zugriff auf US-Geheimdienstberichte. Demnach handelt es sich um die Atolle Fiery Cross, Subi und Mischief.

Dem Bericht zufolge kann China mit den Waffen Schiffe in einem Umkreis von 550 Kilometern sowie Flugzeuge, Drohnen und Marschflugkörper in einer Entfernung von 300 Kilometern treffen. Sollte der Bericht stimmen, wäre es die erste Raketenstationierung auf den Spratlys, die von mehreren Nachbarstaaten wie Vietnam oder Taiwan beansprucht werden.

Chinesische Vertreter gaben zunächst keine Stellungnahme ab. Das US-Verteidigungsministerium teilte mit, es kommentiere Geheimdienstangelegenheiten nicht. Die USA verfolgen die chinesischen Aktivitäten in dem Gebiet mit Argwohn. Durch das Südchinesische Meer verlaufen wichtige Schifffahrtsrouten.

China erhebt einen Anspruch auf fast das gesamte Südchinesische Meer – zu Unrecht, wie der Ständige Schiedshof in Den Haag 2016 urteilte. Ungeachtet dessen baut die Volksrepublik ihre Militärstützpunkte auf den Spratlys weiter aus, wie die USA Ende vergangenen Jahres berichteten.