Ausgerechnet das Bürgerkriegsland Syrien hat den Vorsitz der Abrüstungskonferenz unter dem Dach der Vereinten Nationen übernommen. Das Forum wechselt den Vorsitz in Reihenfolge des Alphabets zwar alle vier Wochen. Westliche Diplomaten wollen trotzdem ihre Kritik am Vorsitz durch das Regime von Baschar al-Assad ausdrücken, indem sie zu den Treffen nur Juniordiplomaten schicken. Die erste Sitzung soll am Dienstag sein.

Das syrische Regime führt nicht nur Krieg im eigenen Land, es steht auch unter Verdacht, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Der Botschafter in Genf hat solche Vorwürfe zurückgewiesen.

Abrüstungsaktivisten kritisieren den Vorsitz Syriens zwar. "Aber es ist irrelevant, denn die Konferenz ist seit 20 Jahren blockiert", sagt Richard Lennane, Direktor der Genfer Abrüstungsplattform

Von deutschen Beteiligten heißt es, die Arbeit sei wichtig, um über technische Details für künftige Vereinbarungen zu diskutieren. Angestrebt werden etwa eine Vereinbarung zur friedlichen Nutzung des Weltraums und zu Sicherheitsgarantien, dass Atommächte keine Staaten ohne Nuklearwaffen mit ihren Waffen angreifen.

Die Abrüstungskonferenz tagt seit 1979 mehr als 20 Wochen im Jahr. Sie hat 65 Mitgliedsländer. Die meisten Mitgliedsstaaten haben wie Deutschland einen eigenen Botschafter dafür in Genf. Der Kernwaffenteststopp-Vertrag (1996) und die Chemiewaffenkonvention (1997) gelten als größte Erfolge.