Einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi hat der russische Präsident Wladimir Putin dort unangekündigt den syrischen Staatschef Baschar al-Assad empfangen. Putin und Assad sprachen sich nach Kreml-Angaben für verstärkte politische Bemühungen aus, um den Konflikt in Syrien beizulegen.

Nach den "Erfolgen der syrischen Regierungsarmee im Kampf gegen die terroristischen Gruppen" sei die Lage nun "günstig für die Wiederaufnahme des politischen Prozesses in großem Umfang", sagte Putin dem Kreml zufolge. Die Stabilität Syriens verbessere sich, sagte demnach Assad, "was eine Tür für den politischen Prozess öffnet".

Russland ist neben dem Iran die militärische Schutzmacht Assads und hat durch sein Eingreifen vor zweieinhalb Jahren dessen Sturz verhindert. Der international isolierte syrische Staatschef hat schon mehrfach unangekündigt Russland besucht. Putin war im Herbst 2017 einmal in Syrien.

"Es sind wichtige Schritte gemacht worden, um die gesetzmäßige Staatsmacht wiederherzustellen", sagte Putin nach Angaben des Kremls weiter. Dies eröffne neue Chancen für eine politische Beendigung des Krieges. Ausländische Truppen sollten Syrien verlassen, forderte er.

Den Angaben zufolge sprach sich Assad dafür aus, einen Verfassungskonvent einzusetzen, um Änderungen an der syrischen Verfassung auszuarbeiten. Putins Sprecher Dimitri Peskow sagte, Assad habe Putin über seine Entscheidung informiert, eine Delegation zu den Vereinten Nationen zu entsenden, um dort über eine entsprechende Verfassungsreform für Syrien zu diskutieren.

Seit 2011 sind nach UN-Angaben in dem Bürgerkrieg mehr als 400.000 Menschen getötet worden, Millionen sind im In- und Ausland auf der Flucht. Bundeskanzlerin Merkel wird am Freitag mit Putin sprechen, die Lage in Syrien soll dabei ein Thema sein.