Das ist geschehen

Ein Schüler ist am Freitag bewaffnet in eine Highschool im Bundesstaat Texas gegangen, hat zehn Menschen getötet und zehn weitere verletzt. Nach Informationen aus den Krankenhäusern befinden sich noch zwei Menschen in Lebensgefahr. Die Tat fand in dem kleinen Ort Santa Fe nahe der texanischen Großstadt Houston statt. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen, teilte die Polizei mit.

Laut dem texanischem Gouverneur Greg Abbott sind unter den zehn Toten neun Schüler. Zwei Polizisten wurden schwer verletzt. Nach Angaben von Pakistans Botschaft in den USA soll eine pakistanische Staatsbürgerin getötet worden sein. Sie war demnach als Austauschschülerin in Santa Fe.

Der mutmaßliche Täter

Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 17-Jährigen, der als Dimitrios P. identifiziert worden ist. Abbott sagte, die Polizei habe Hinweise auf dem Computer und Telefon des Verdächtigen gefunden, die darauf hindeuten, dass P. nach der Tat Suizid begehen wollte. Jedoch stellte er sich der Polizei. Außerdem gehe aus den Hinweisen hervor, dass P. die Tat plante.

Der für Texas gewählte US-Senator John Cornyn sagte, P. habe seine Absichten bereits vorher kundgetan, sei aber durchs Raster gefallen. "Dieser junge Mann hat schon eine Weile geplant, das zu tun", sagte Cornyn. Laut dem Abgeordneten Michael McCaul, der für Texas im US-Repräsentantenhaus sitzt, war P. vor der Tat nicht strafrechtlich aufgefallen. 

In US-amerikanischen Medien wird der mutmaßlichen Täter als eine ruhige, aber nicht auffällige Person beschrieben. Auf seiner Facebook-Seite soll er vor der Tat ein Bild von einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift "Born to kill" (geboren, um zu töten) gepostet haben. "Das war vielleicht das einzige Warnsignal überhaupt", sagte Abbott.

Dem Schützen wurde am Freitagabend Anklage wegen Mordes verlesen. Ihm droht damit die Todesstrafe.

Die Waffen

Dimitrios P. soll ein Gewehr und einen Revolver dabei gehabt haben. Der Vater des Verdächtigen habe die beiden Schusswaffen legal besessen, sagte Abbott. Der mutmaßliche Täter soll außerdem Sprengsätze gehabt haben, darunter einen Molotowcocktail. Sie seien in der Schule und der näheren Umgebung gefunden worden. 

Die Reaktionen

Am Abend versammelten sich in Santa Fe Hunderte Menschen zu einer Mahnwache für die Opfer. Es war der dritte bewaffnete Angriff auf eine US-amerikanische Schule in sieben Tagen.

Bereits nach dem Amoklauf in einer Schule in Parkland im Bundesstaat Florida mit 17 Toten hat es große Demonstrationen gegen die Waffengewalt in den USA gegeben. Eine der Wortführerin des sogenannten March for Our Lives, Emma González, schrieb auf Twitter: "Santa Fe High, du verdienst das nicht." Die Schule verdiene nun mehr als Gedanken und Gebete. González versprach, die Betroffenen dabei zu unterstützen, ihre Stimmen zu erheben.

"Unserer Kinder werden ermordet und du behandelst es wie ein Spiel. Das ist die 22. Schießerei an einer Schule in diesem Jahr. Tu etwas", schrieb eine weitere March-for-Our-Lives-Aktivistin, Jaclyn Corin, auf Twitter an den US-Präsidenten Donald Trump gerichtet.

Nach dem Vorfall hatte Trump zunächst getwittert, erste Berichte sähen "nicht gut" aus. "Gott segne alle!" Trump sagte später, es müsse künftig sichergestellt werden, dass Schusswaffen nicht in die Hände derer gerieten, die eine Bedrohung darstellten. "Meine Regierung ist entschlossen, alles zu tun, unsere Schüler zu schützen, die Schulen sicher zu machen." Dies sei ein sehr trauriger Tag für Amerika. Der US-Präsident ordnete an, die Fahnen bis zum 22. Mai auf halbmast zu hängen. Damit solle allen von dem Vorfall betroffenen Menschen Respekt erwiesen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schickte ein Beileidstelegramm an Trump, in dem sie den Opfern eine schnelle Genesung wünschte.

The Trace, ein Webseite, die vor allem über Waffenpolitik schreibt, berichtete über eine Gruppe von Schülern, die ins Kapitol gingen und vor dem Büro des Sprechers des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, demonstrierten. Sie legten sich auf den Flur und forderten eine Reform des Waffengesetzes.

Die Washington Post rechnete aus, dass in diesem Jahr bereits mehr US-Schüler als Angehörige des US-Militärs umgekommen sind.

Falschinformationen nach der Tat

Wie bei ähnlichen Taten zuvor verbreiteten sich nach der Tat Falschinformationen im Internet. Es gab beispielsweise einen gefälschten Facebook-Account des Täters, berichtete die Washington Post. Darauf wird der mutmaßliche Schütze mit einem T-Shirt der Wahlkampagne von Hillary Clinton gezeigt. In Videos auf YouTube und in Gruppen auf Facebook wird behauptet, den Angriff in Santa Fe habe es nicht gegeben oder es handele sich dabei um eine Aktion, die unter "falscher Flagge" geführt wurde.