Die erneute Wahl Deutschlands zu einem nichtständigen Mitglied des UN-Sicherheitsrates ist so gut wie sicher, nachdem Israel seine Bewerbung zurückgezogen hat. Damit bleiben nur noch Deutschland und Belgien für die zwei frei werdenden Sitze in der Regionalgruppe westlicher Staaten übrig. Die Wahl der beiden Länder durch eine Zweidrittelmehrheit der UN-Generalversammlung im kommenden Monat gilt als sicher.

Da sich nun nur noch Deutschland und Belgien um die beiden Sitze für die westliche Staatengruppe bewerben, scheint der deutsche Sitz ab 2019 sehr wahrscheinlich.

Die israelische UN-Vertretung erklärte am Freitag, die Kandidatur für den Sicherheitsrat werde "verschoben". Der Entscheidung seien Konsultationen "mit unseren Partnern einschließlich der guten Freunde" vorangegangen. Israel werde mit seinen Verbündeten weiter darauf drängen, dass es "sein Recht auf vollständige Teilhabe an den Entscheidungsfindungsprozessen der Uno wahrnehmen kann".

Weitere Details nannte die israelische Seite nicht. Die Erfolgsaussichten für die erste israelische Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat waren von vornherein als gering eingeschätzt worden. Die arabischen Staaten hatten massiv gegen einen Sitz für Israel mobil gemacht.

Deutschland gehörte zuletzt 2011 und 2012 dem Sicherheitsrat an und will 2019 und 2020 zum sechsten Mal einziehen. Neben den fünf ständigen Sicherheitsratsmitgliedern USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien werden zehn weitere Staaten von den 193 Mitgliedsstaaten in der UN-Vollversammlung jeweils für zwei Jahre in das Gremium gewählt. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) war Ende März bei den UN in New York, um für die Wahl Deutschlands zu werben.

Insgesamt werden fünf Sitze im kommenden Monat neu besetzt. Für die westeuropäische Regionalgruppe, der auch Israel zugerechnet wird, dürften Deutschland und Belgien einziehen. Auch die Wahl Südafrikas und der Dominikanischen Republik gilt als sicher. Um den Sitz der asiatisch-pazifischen Regionalgruppe konkurrieren Indonesien und die Malediven.