Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat seinen vielfach kritisierten Tweet in Bezug auf den Iran und die deutsche Wirtschaft verteidigt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sagten selbst, dass der Iran eine Bedrohung darstelle, sagte Grenell in einem Interview mit der Bild. "Wollen Sie mit einer Bedrohung Geschäfte machen?", fragte er. Alle Firmenchefs, die das wollten, sollten aufstehen und sagen: "Wir wollen mit den Mullahs Geschäfte machen." 

Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump am Dienstag den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran verkündet hatte, twitterte Grenell eine Aufforderung an deutsche Firmen, ihre Iran-Geschäfte "sofort herunterzufahren". Am selben Tag hatte er seinen Posten als US-Botschafter in Berlin angetreten.

SPD-Chefin Andrea Nahles hatte danach gesagt, dass Grenell ein bisschen Nachhilfe in Diplomatie zu brauchen scheine. Außenminister Heiko Maas (SPD) und Regierungssprecher Steffen Seibert hatten sich nicht dazu geäußert. Grenell sagte in dem Zeitungsinterview, die Nachricht sei kein Befehl und keine Anweisung gewesen. Natürlich sei jedes Land souverän und könne "für sich selbst über Sanktionen entscheiden". 

Ziel der USA seien neue Verhandlungen

Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte Grenell, er habe "einen anderen Stil". Diplomatie bedeute für ihn, Klartext zu sprechen, "gerade gegenüber Freunden". 

Ziel der USA sei es, "die Iraner an den Verhandlungstisch zurückbringen", sagte Grenell. "Wir wollen, dass unsere europäischen Freunde dabei an unserer Seite sind ebenso wie Russland und China." Das Atomabkommen sei viel zu schwach und verhindere nicht, dass der Iran "in wenigen Jahren eine Atombombe hat".

Grenell sagte außerdem, er halte Trump in Deutschland für weitgehend unverstanden. "Donald Trump ist anders, er macht Politik anders", sagte Grenell. "Es sagt, was er denkt, und tut, was er sagt."