Nach der Wahl in Venezuela haben die USA das südamerikanische Land mit weiteren Wirtschaftssanktionen belegt. Andere Staaten kündigten an, ihre diplomatischen Beziehungen zu Venezuela abzubrechen. Präsident Nicolás Maduro war am Sonntagabend mit 67,7 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Die Opposition und Beobachter werfen ihm Manipulationen vor.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnete ein Dekret, das bestehende Sanktionen verschärfen soll. Der Regierung in Caracas solle der Zugang zu Geld erschwert werden, erklärten Vertreter der US-Regierung. Firmen und Bürgern aus den USA ist es damit verboten, für die Regierung Venezuelas Besitz oder Anlagen zu verkaufen. Dasselbe gelte für die Zentralbank und die Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela (PDVSA). Damit schließe man einen Weg der Korruption, sagte ein Regierungsvertreter. Venezuela sei eine "Kleptokratie", in der die Regierung "alles verkauft, was nicht festgeschraubt ist".

Zuvor hatte US-Außenminister Mike Pompeo die Wahl als "Schwindel" bezeichnet und Sanktionen angekündigt. Diese sollten die Wiederherstellung der Demokratie unterstützen und Maduro international isolieren, bis dieser "freie, faire und transparente" Wahlen zulasse, so Pompeo.

Die 14 Staaten der Lima-Gruppe, darunter Kanada, Brasilien, Argentinien und Mexiko, wollen derweil ihre Botschafter aus Venezuela abziehen. Die Wahl habe nicht den Standards einer Demokratie entsprochen, begründeten die Staaten ihre Entscheidung. Der argentinische Außenminister Jorge Faurie forderte Venezuela am Rande des G20-Treffens in Buenos Aires auf, humanitären Helfern Zugang zum Land zu gewähren.

Kuba und Russland gratulieren

Auch aus der EU kam Kritik. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy kündigte "angemessene Maßnahmen" an. Dazu wolle man mit der EU zusammenarbeiten, twitterte Rajoy. Bei der Wahl sei nicht einmal ein Minimum an demokratischen Standards eingehalten worden, so der Ministerpräsident. Die EU hatte bereits vor der Wahl mit Strafmaßnahmen gedroht, sollte diese nicht fair verlaufen.

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte von Buenos Aires aus die Abstimmung. "Das waren nicht die freien und fairen Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat", twitterte er. Er verurteile die Versuche, die Opposition einzuschüchtern, so Maas weiter.

Kuba und Russland gratulierten derweil dem wiedergewählten Präsidenten. Russlands Staatschef Wladimir Putin wünschte "gute Gesundheit und Erfolg bei der Lösung der sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen". Kuba sprach von einem "breiten Sieg".

Maduro will keine Neuwahlen

Die staatliche Wahlbehörde hatte Maduro am Sonntagabend zum Sieger der Wahl erklärt. Maduro hatte angekündigt, keine Neuwahlen zuzulassen. "Die Wahlprozesse sind fürs Erste beendet", sagte er. Den offiziellen Angaben zufolge entfielen auf den sozialistischen Amtsinhaber 67,7 Prozent der Stimmen. Herausforderer Henri Falcón erreichte 21,1 Prozent, erkannte den Wahlsieg Maduros aber nicht an und forderte aufgrund möglicher Manipulationen eine Wiederholung. 

Der evangelikale Prediger Javier Bertucci konnte rund zehn Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung gab die Kommission mit 46,1 Prozent an. Die Opposition sprach von weniger als 30 Prozent. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der sogenannten Bolivarischen Revolution in Venezuela vor zwei Jahrzehnten, teilten Beobachter mit. Bei der Abstimmung im Jahr 2015 hatte die Wahlbeteiligung noch bei 80 Prozent gelegen. Maßgebliche Teile der Opposition hatten diesmal zum Boykott der Abstimmung aufgerufen.