Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat den höchsten US-Diplomaten im Land ausgewiesen. Geschäftsträger Todd Robinson und sein Stellvertreter Brian Naranjo hätten 48 Stunden Zeit, sein Land zu verlassen, sagte Maduro im Fernsehen. Den Diplomaten warf er Verschwörung gegen die Regierung in Caracas und den Versuch der Sabotage der umstrittenen Präsidentschaftswahl am Wochenende vor.

Die USA und Venezuela unterhalten zwar diplomatische Beziehungen, haben aber seit 2010 keine Botschafter mehr ausgetauscht. Der langjährige Diplomat Robinson hat zwar den Rang eines Botschafters inne, dient in der Vertretung in Caracas aber als Missionsleiter. Er ist seit Dezember in Caracas stationiert und wies die Anschuldigungen von Maduro "aufs Entschiedenste" zurück.

"Das Imperium dominiert uns hier nicht", erklärte hingegen Maduro am Dienstag in seiner TV-Ansprache. "Wir haben genug von eurer Verschwörung." Mit Blick auf die neuen Sanktionen gegen sein Land warf Maduro der Regierung von US-Präsident Donald Trump zudem vor, "Aggressionen" gegen das venezolanische Volk eskalieren zu lassen. "Mit den Sanktionen will die US-Regierung ihre Aggressionen gegen Venezuela ausweiten", sagte er. "Ich weise diese Verschwörung zurück. Venezuela darf nicht bedroht werden."

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Einen Tag nach der umstrittenen Wiederwahl von Maduro hatten die USA neue Wirtschaftssanktionen gegen die Führung in Caracas verhängt. Sie ergänzen bereits bestehende Maßnahmen und verbieten es allen US-Firmen und -Bürgern, der Regierung Venezuelas dabei zu helfen, Besitz- oder Anlagegüter zu verkaufen. Gleiches gilt für die Zentralbank und die Ölgesellschaft Petróleos de Venezuela. 

Maduro war nach Angaben des Wahlamts am Sonntag mit 68 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Die Opposition und zahlreiche Staaten verurteilten die Abstimmung allerdings als undemokratisch und erkannten das Ergebnis nicht an. "Das waren nicht die freien, fairen und transparenten Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat", sagte auch Bundesaußenminister Heiko Maas am Rande des G20-Außenministertreffens in Buenos Aires. Zuvor hatten mehrere lateinamerikanische Staaten ihre Botschafter aus Venezuela für Konsultationen zurückgezogen.