Frankreich und Russland wollen sich enger miteinander abstimmen, um eine Lösung im Syrien-Konflikt zu erreichen. Das kündigten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der russische Staatschef Wladimir Putin nach einem Treffen am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg an.

Macron sagte, er wolle einen "Koordinierungs-Mechanismus" zwischen der sogenannten Astana-Gruppe sowie der Small Group (zu Deutsch: Kleine Gruppe) schaffen. In der Astana-Gruppe vermitteln Russland, der Iran und die Türkei zwischen der syrischen Regierung und Rebellengruppen. Die Small Group ist eine Interessengemeinschaft wichtiger westlicher und arabischer Staaten. Der französische Präsident setzt sich schon länger dafür ein, die beiden Gesprächsformate zusammenzuführen.

Wie der Mechanismus konkret aussehen soll, sagte Macron nicht. Ziel sei es, eine "parallele, aber gemeinsame Diskussions-Agenda" für beide Gruppen zu entwickeln. So könne man gemeinsam Übereinstimmungen schaffen, um eine politische Lösung des Konflikts zu ermöglichen. Das sei ein "sehr bedeutender Fortschritt".

Auch bei der Beilegung anderer internationaler Krisen wollen die beiden Staaten sich enger abstimmen. Es müsse an gemeinsamen Initiativen bei Themen wie der Ukraine und dem Iran gearbeitet werden, sagte Macron. Auch Putin bekräftigte den Willen zur Zusammenarbeit. Er sei bereit, über zentrale internationale Fragen zu sprechen, deren Lösung für Frankreich und Russland wichtig seien, sagte Putin. In Syrien sei es nötig, einen Verfassungsprozess zu beginnen. Im Detail listete er vor allem russische politische Initiativen zu Syrien auf. Russland ist seit Jahren einer der wichtigsten und engsten Verbündeten des syrischen Regimes unter Baschar al-Assad.

Putin bedauert Absage des Treffens zwischen Trump und Kim Jong Un

Putin sagte weiter, er bedauere die Absage des geplanten Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Russland habe auf Fortschritte bei der Lösung des Atomkonflikts gehofft. Kim habe seine Versprechen vor dem geplanten Gipfel gehalten und sogar Schachtanlagen seiner Atomforschung zerstört. Macron äußerte seinerseits die Hoffnung, dass der Prozess zum Abbau der Spannung in der Region auch nach der Absage des Treffens weitergehen könne. "Ich wünsche mir, dass das nur ein Zwischenfall in einem Prozess ist, der weitergehen muss", sagte Macron.

Putin warnte auch vor einem Scheitern des Atomabkommens mit dem Iran. Er begrüße die Versuche der Europäer, die Vereinbarung zu retten, sagte Putin. Ein Scheitern würde "beklagenswerte Konsequenzen" nach sich ziehen.

 "Die Beziehungen entwickeln sich ungeachtet aller Schwierigkeiten", sagte Putin zum Verhältnis beider Staaten. Frankreich sei traditionell ein Partner Russlands.