Die dänische Regierung will abgewiesene Asylbewerber außerhalb des Landes unterbringen. Die Pläne für ein solches Zentrum an einem "nicht sonderlich attraktiven" Ort in Europa würden mit anderen Ländern diskutiert und seien schon relativ weit, sagte Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen dem dänischen Sender Danmarks Radio. "Es würde einen großen Unterschied machen, wenn man ein Lager einrichten könnte, das nicht in den attraktiven Asylländern liegt, sondern anderswo", sagte der Chef der liberal-konservativen Regierung dem Sender.

Der Vorschlag der Regierung sei mit Österreich und anderen Ländern besprochen worden, die er nicht weiter nennen wolle, sagte Løkke Rasmussen. In welchem Land ein solches Ausreisezentrum eingerichtet werden könnte, sagte er nicht. Er glaube, dass ein Pilotprojekt noch vor Jahresende beginnen könne. Løkke Rasmussen forderte außerdem, dass Asylanträge außerhalb Europas gestellt werden sollen und die Asylbewerber erst einreisen könnten, wenn ihre Anträge bewilligt sind. Das sei jedoch nur schwer zu realisieren.

Die dänische Regierung hatte ihre Asylgesetze in den vergangenen Jahren immer wieder verschärft. Nachdem 2015 viele Geflüchtete nach Europa kamen, führte die Regierung 2016 Passkontrollen an der Grenze zu Deutschland ein und beschloss außerdem, in Krisensituationen einigen Asylbewerbern die Einreise zu verwehren.

Außerdem war das umstrittene sogenannte Schmuckgesetz beschlossen worden, wonach die Polizei Geflüchteten Bargeld und Wertgegenstände abnehmen darf. Damit sollen Asylbewerber ihren Aufenthalt in Dänemark mitfinanzieren. Auch in anderen Ländern wie Deutschland und der Schweiz müssen Geflüchtete mitgebrachtes Bargeld unter Umständen abgeben.