Bis 2030 muss knapp ein Drittel der in der EU genutzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Auf diese Vorgabe einigten sich das Europaparlament und die Mitgliedstaaten bei Verhandlungen in Brüssel, wie EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete mitteilte.

Das neue Ziel liegt über der Marke von 30 Prozent, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angestrebt hatte. Klimakommissar Arias Cañete lobte die Vereinbarung. "Diese Vereinbarung ist ein hart erkämpfter Sieg für unsere Bemühungen, das wahre Potenzial für Europas Energiewende zu heben", schrieb er auf Twitter.

Erneuerbare Energien sind sowohl Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse als auch erneuerbare Energien zum Heizen und Kühlen sowie für den Verkehr. Der Anteil lag zuletzt in der gesamten EU bei rund 17 Prozent. Der rasche Ausbau soll helfen, die EU-Ziele für den Klimaschutz einzuhalten. 2030 soll der Ausstoß von Kohlendioxid um 40 Prozent unter dem Wert von 1990 liegen.

Das Europaparlament hatte den Vorschlag der Kommission für ein umfassendes Energiesparpaket im Januar grundsätzlich gebilligt, aber erhebliche Nachbesserungen gefordert. Den Anteil erneuerbarer Energien wollte das Parlament auf 35 Prozent anheben, die Kommission lediglich auf 27 Prozent. Mit den Mitgliedsstaaten einigte sich das Parlament nun auf 32 Prozent mit Revisionsklausel – in fünf Jahren könnte das Ziel noch einmal angehoben werden.

Kein Palmöl mehr

Eine Einigung gab es auch bei der von Umweltschützern wegen der Rodung ganzer Wälder kritisierten Verwendung von Palmöl in Biosprit. Bis 2030 soll in der EU kein Palmöl mehr im Transportwesen genutzt werden.

Keinen Kompromiss fanden die Unterhändler hingegen bei Vorgaben zur Energieeffizienz. Nach dem Willen des Europaparlaments sollen bis 2030 die Zielvorgaben für Einsparungen durch bessere Energieeffizienz auf 35 Prozent erhöht werden. Den Mitgliedstaaten erschien dieses Ziel zu ambitioniert.