In den USA sind mehr als 500 Kinder, die bei der Einreise von ihren Eltern getrennt wurden, wieder mit ihren Familien vereint. Das Heimatschutzministerium beendete nach eigenen Angaben die separate Unterbringung von 522 Kindern. 16 weitere Kinder sollten noch am Sonntag wieder zu ihren Eltern gebracht werden. 

Die Kinder waren ihren Eltern im Zuge der sogenannten Null-Toleranz-Politik weggenommen worden. Nach heftiger Kritik aus dem In- und Ausland hatte Präsident Donald Trump die Familientrennungen aber per Dekret aufgehoben.

Insgesamt waren nach US-Angaben rund 2.300 Kinder von ihren Eltern getrennt worden. Auch die übrigen rund 1.800 Kinder, die  separat untergebracht sind, sollen wieder mit ihren Eltern zusammengeführt werden. Die Regierung habe alle betroffenen Kinder ausfindig gemacht und arbeite daran, sie mit ihren Familien zu vereinen, teilte das Ministerium mit. Eine kleine Anzahl von Kindern werde von ihren Familien getrennt bleiben, weil sich die Verwandtschaft nicht bestätigen lasse, der oder die Erwachsene eine Gefahr für das Kind darstelle oder kriminell sei. Über den Zeitpunkt weiterer Zusammenführungen machte das Ministerium keine Angaben.

Nun gemeinsam in Haft

Auf Anordnung der Regierung waren Einwandererfamilien an der Grenze zu Mexiko in den vergangenen Monaten getrennt worden: Die Eltern kamen in Haft, ihre Kinder in Auffanglager. Nach dem Dekret von Trump sollen Kinder und Eltern nun gemeinsam inhaftiert werden. Die Regelung ist jedoch befristet und muss noch gesetzlich untermauert werden.

Mehrere Abgeordnete der Demokratischen Partei besuchten am Samstag Einrichtungen, in denen die Kinder festgehalten wurden. Die kalifornische Abgeordnete Barbara Lee sagte nach dem Besuch einer Hafteinrichtung in McAllen im Bundesstaat Texas, die Kinder dort seien traumatisiert. Trumps Einwanderungspolitik bezeichnete sie als "barbarisch". Die demokratische Abgeordnete Jackie Speier berichtete, sie habe fünfjährige Kinder gesehen, die "in Zellen und in Käfigen" festgehalten worden seien.

In mehreren US-Städten hatten am Wochenende Protestaktionen gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung stattgefunden.