Österreichs Regierung plant an der Grenze zu Slowenien eine Übung zur Abwehr von Flüchtlingen abzuhalten. Das bestätigte der Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der rechtskonservativen FPÖ der Bild-Zeitung. "Am Dienstag wird es in Spielfeld eine Großübung von Polizei und Bundesheer geben, bei der auch die neue Polizei-Grenzschutzeinheit Puma vorgestellt wird", sagte Strache demnach.

Hintergrund für den Schritt Österreichs sei die Debatte um innereuropäische Grenzschließungen, ausgelöst von Deutschland, sowie aktuelle Entwicklungen auf den Flüchtlingsrouten im Balkanraum. Die Grenzschutzeinheit Puma umfasst 600 Beamte. Sie gehört zum österreichischen Innenministerium.

Für die Übung sollen "österreichische Polizeischüler Flüchtlinge darstellen, die von den Grenztruppen von einem Grenzübertritt abgehalten werden", schreibt Bild. Das Vorhaben sei als Signal gemeint, dass es nicht zu einer ähnlichen Situation wie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 kommen solle, sagte Strache in dem Beitrag.

Die CSU will bis zum 1. Juli eine europäische Einigung darüber, wie das Weiterwandern von Flüchtlingen innerhalb der EU beendet werden kann. Andernfalls will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bereits in anderen Ländern registrierte Flüchtlinge an der deutschen Grenze abweisen lassen. Zwar blieb offen, wie das praktisch gehen soll, aber Seehofer weiß die österreichische Regierung an seiner Seite. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt jedoch vor einem nationalen Alleingang und bemüht sich unter Zeitdruck um eine europäische Lösung.