Die USA und Nordkorea wollen ihre Beziehung eine neue Grundlage geben. Bei ihrem historischen Treffen in Singapur einigten sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Bis dahin sollen die Sanktionen gegen das Land bestehen bleiben. Die USA garantieren im Gegenzug die Sicherheit des weitgehend abgeschotteten Landes. Trump und Kim unterzeichneten ein Dokument, in dem sie versprachen, gemeinsam einen dauerhaften und stabilen Frieden erreichen zu wollen. Das Papier enthielt aber nur wenige Details. 

Das Weiße Haus veröffentlichte den Text der gemeinsamen Erklärung zunächst nicht. Das Dokument wurde aber von Journalisten während der Unterzeichnung fotografiert. Genannt wurden darin vier Verpflichtungen: Die Abrüstung, der Frieden, der Aufbau neuer Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea sowie die Rückführung von sterblichen Überresten von Kriegsgefangenen und Vermissten. 

Es war das erste Treffen in der Geschichte zwischen einem amtierenden US-Präsidenten und einem nordkoreanischen Machthaber. Es sei "besser gelaufen als irgendjemand erwarten konnte", sagte Trump, der Kim auch zu einem Besuch im Weißen Haus einlud. Kim sprach von einem "guten Auftakt zum Frieden". Beide bedachten sich mit Komplimenten – Monate zuvor hatten sie sich noch mit  Kriegsdrohungen und persönlichen Beleidigungen überzogen.

Der Abbau der Nuklearwaffen werde "sehr, sehr bald beginnen", sagte Trump. Dem Abschlussdokument zufolge sollen die Details in Folgetreffen von US-Außenminister Mike Pompeo mit einem hochrangigen Vertreter der nordkoreanischen Arbeiterpartei ausgearbeitet werden. Kim sagte bei der Unterzeichnung des Dokuments, die beiden Staatsmänner hätten vereinbart, die Vergangenheit hinter sich zu lassen: "Die Welt wird eine große Veränderung sehen." Formell befinden sich die Teilnehmer des Koreakriegs noch im Kriegszustand; 1953 wurde nur ein Waffenstillstand vereinbart.

Trump sagte nach dem Treffen vor Journalisten zudem das Ende der gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea zu. Die "teuren Kriegsspiele" sollten aufhören. Nordkorea betrachtet die gemeinsamen Manöver als Übung für eine angeblich geplante Invasion des Nordens und daher als Bedrohung. Vor seinem Abflug sagte Trump, es werde wohl mindestens ein weiteres Treffen mit Kim geben.

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Angelika Finkenwirth

Donald Trump zeigt sich auf einer Pressekonferenz in Singapur sehr zufrieden mit den Ergebnissen des Gipfels. Er spricht von einer "Botschaft der Hoffnung" und einer "Vision des Friedens" für die Welt. Der Korea-Krieg werde "bald enden". Die Kämpfe im Korea-Krieg waren 1953 mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen, ein Friedensabkommen wurde aber nie unterzeichnet.

Das Treffen mit Kim bezeichnet der US-Präsident als "ehrlich, direkt und produktiv". Ein Ergebnis sei, dass die USA ihre Truppenpräsenz in Südkorea vorerst nicht verringern würden, die gemeinsamen Militärmanöver mit dem Land aber beendeten. "Diese Kriegsspiele sind sehr teuer", sagt Trump.

Einzelheiten zur atomaren Abrüstung Nordkoreas seien während des Gipfels noch nicht festgelegt worden, dazu habe die Zeit nicht gereicht. Sie solle aber schnellstmöglich erfolgen und von amerikanischen und internationalen Vertretern überwacht werden. Was vereinbart wurde, können Sie hier nachlesen. Nordkorea verfügt laut Trump über ein massives Atomwaffenarsenal. Wahrscheinlich sei noch ein zweites Gipfeltreffen zwischen ihm und Kim notwendig.

Die Sanktionen gegen Nordkorea sollen vorerst bestehen bleiben, sagt der US-Präsident.

"Wir werden die Kriegsspiele beenden"
US-Präsident Donald Trump stellt nach seinem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ein Ende des Koreakrieges in Aussicht. Im Video Ausschnitte seiner Pressekonferenz
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Monika Pilath
Der in nordkoreanischer Haft erkrankte und später in den USA gestorbene Student Otto Warmbier ist nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nicht vergebens gestorben. Ohne dessen Tod wäre es wahrscheinlich nicht zu dem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gekommen, sagte Trump.

Warmbier war vor elf Monaten kurz nach der Rückkehr in seine Heimat gestorben. Er hatte schwere Gehirnverletzungen, die er offenbar während der Haftzeit in Nordkorea erlitten hatte. Warmbiers Eltern verklagten die nordkoreanische Regierung wegen mutmaßlicher Folter und Tötung auf Entschädigung.
Angelika Finkenwirth

Wir fangen neu an und müssen die Waffen loswerden.

Donald Trump im Gespräch mit dem Sender ABC
Ute Brandenburger
Trump und Kim unterzeichnen Vereinbarung
Nordkorea hat sich zu einer »kompletten Denuklearisierung« verpflichtet. Im Video lobt US-Präsident Donald Trump anschließend Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.
Angelika Finkenwirth
So spricht Donald Trump über Kim Jong Un:

Ein ehrenwerter Verhandler. Sehr ehrenwerter, sehr smarter Verhandler. Wir haben einen großartigen Tag zusammen verbracht. Und wir haben sehr viel über einander und über unsere Länder gelernt.

Großartige Persönlichkeit und sehr smart. Gute Kombination.

Ich habe gelernt, dass er ein sehr talentierter Mann ist. Ich habe auch gelernt, dass er sein Land sehr liebt.

Monika Pilath

Erste Details aus dem unterzeichneten Dokument werden bekannt: Demnach ist Kim grundsätzlich zur “vollständigen Denuklearisierung” bereit, er hat sich aber nicht auf einen konkreten Plan festgelegt. Im Gegenzug sagt Trump Nordkorea Sicherheitsgarantien zu. Beide bekennen sich dazu, sich für Frieden und Wohlstand in Nord- und Südkorea einzusetzen.

In dem Dokument erklärt Kim sein "festes und unerschütterliches Bekenntnis" zu einer umfassenden atomaren Abrüstung auf der koreanische Halbinsel. Beide Länder wollen auch ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen. Damit solle dem Wunsch beider Völker nach "Frieden und Wohlstand" entsprochen werden.

Beide Staaten haben bislang keine diplomatischen Kontakte miteinander. In der Vereinbarung heißt es, US-Außenminister Mike Pompeo werde "baldmöglichst" Gespräche mit der nordkoreanischen Seite aufnehmen, um die Ergebnisse des Gipfels "zügig" umzusetzen.


Die USA und Nordkorea wollten auf eine "anhaltende und stabile" Friedenslösung für die koreanische Halbinsel hinarbeiten, heißt es in dem Papier. Es wurden aber keine Schritte zur formellen Beendigung des Kriegszustandes auf der koreanischen Halbinsel beschlossen. Seit dem Ende des Koreakrieges 1953 ist bis heute kein Friedensvertrag zwischen den Kriegsparteien geschlossen worden.

Angelika Finkenwirth
Kurze Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse des Treffens von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump:

Die beiden Staatschefs haben eine Vereinbarung unterschrieben. Trump beschrieb sie als "sehr wichtig" und "ziemlich umfassend". Er rechne damit, dass "sehr rasch" der Prozess der Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel beginnen werde. Der Inhalt des Dokuments wird erst später veröffentlicht.


Kim und Trump bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung
Kim und Trump bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung   Bild: Jonathan Ernst/Reuters
Kim Jong Un kündigte an, die Welt werde eine große Veränderung erleben. Er und Trump hätten beschlossen, mit der Unterzeichnung des Dokuments die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Der US-Präsident sagte, er würde Kim ins Weiße Haus einladen, den er als "sehr talentierten Mann" beschrieb, der sein Land liebe.
Angelika Finkenwirth

Die Welt wird große Veränderungen sehen

Kim Jong Un nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung mit den USA
Angelika Finkenwirth

Trump und Kim haben eine Vereinbarung unterzeichnet. Der genaue Inhalt ist noch nicht bekannt. Der US-Präsident sagte, das Dokument sei "ziemlich umfassend". Er erwarte den baldigen Beginn eines atomaren Abrüstungsprozesses.

Die gesamte Beziehung zu Nordkorea werde "sehr, sehr unterschiedlich" sein im Vergleich zur Vergangenheit. Auf die Frage, ob er Kim ins Weiße Haus nach Washington einladen würde, sagt Trump: "Absolut, das würde ich."

Trump spricht von Vereinbarung
Kurz zuvor kündigte Trump vor laufenden Kameras eine Vereinbarung an, ohne ins Detail zu gehen.
Angelika Finkenwirth
Nach dem Essen treten Trump und Kim gemeinsam aus dem Hotel Capella. Der US-Präsident spricht von einer
Nach dem Essen treten Trump und Kim gemeinsam aus dem Hotel Capella. Der US-Präsident spricht von einer "fantastischen Begegnung" mit dem Nordkoreaner, bei der es "viele Fortschritte" gegeben habe.   Bild: Anthony Wallace/Reuters
Angelika Finkenwirth

Das Mittagessen ist beendet. Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber haben sich auf eine gemeinsame Vereinbarung geeinigt. Das Dokument werde in Kürze von beiden unterzeichnet, so Trump. Allerdings präzisiert er nicht, um was für ein Dokument es sich handelt.