Äthiopien will einen jahrelangen Grenzkonflikt mit dem Nachbarstaat Eritrea beenden. Die regierende Äthiopische Revolutionär-Demokratische Volksfront (EPRDF) teilte mit, sie werde ein Waffenstillstandsabkommen aus dem Jahr 2000 zwischen den beiden Staaten am Horn von Afrika vollständig umsetzen. Die eritreische Regierung solle ihrerseits ähnliche Schritte einleiten, um Frieden herzustellen, hieß es in der Erklärung.

Eritrea gehörte bis zu seiner Unabhängigkeit 1993 zu Äthiopien, wodurch das weit größere Äthiopien den direkten Zugang zum Roten Meer verlor. Fünf Jahre später brach ein Krieg zwischen den beiden Staaten aus, in dem von 1998 bis 2000 rund 80.000 Menschen getötet wurden. Mit dem sogenannten Abkommen von Algier wurde 2000 der Konflikt beendet.  

Die beiden Staaten hatten sich 2000 bereits darauf geeinigt, den Grenzverlauf von einer internationalen Kommission bestimmen zu lassen. Äthiopien weigerte sich jedoch, den Schiedsspruch, durch den einige strategisch wichtige Orte Eritrea zugewiesen wurden, vollständig zu akzeptieren. Bis heute sind die beiden Länder verfeindet, und die Lage an der Grenze ist angespannt. 

Der neue äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed hatte in seiner Antrittsrede im April versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen.