Die EU-Kommission will für Grenzschutz und Migration im nächsten Jahrzehnt deutlich mehr ausgeben als bisher. Für den Bereich sollten von 2021 bis 2027 insgesamt 34,9 Milliarden Euro bereit gestellt werden, schlug die Behörde vor. Das ist dreimal soviel wie im derzeit laufenden Finanzzeitraum, da waren es 13 Milliarden Euro.

Mehr als 60 Prozent des Geldes soll in den Grenzschutz fließen, konkret 21,3 Milliarden Euro. Hierzu zählt der von der Kommission empfohlene starke Ausbau der Grenz- und Küstenschutzbehörde Frontex. Die Zahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll von derzeit 1.000 auf 10.000 wachsen.

Zu dem Bereich zählt auch ein neuer Fonds für sogenanntes integriertes Grenzmanagement mit einem Volumen von 9,3 Milliarden Euro. Der Fonds soll die Grenzschützer der Mitgliedstaaten besser für Krisensituationen ausstatten: durch Kameras, Scanner und die automatische Kfz-Kennzeichen-Erkennung.

Für das Arbeitsfeld Migration sieht die Kommissionsplanung ein um die Hälfte auf 10,4 Milliarden Euro erhöhtes Budget vor. Das Geld wird über den modernisierten Fonds für Asyl und Migration (AMF) verwaltet. Bisher trägt er noch das Wort Integration im Titel. Damit wolle sie sich aber nicht vom Integrationsgedanken verabschieden, teilte die Kommission mit. So sollten über den AMF etwa weiter Sprachkurse finanziert werden.

Längerfristig angelegte Integrationshilfe, etwa bei Ausbildung und Unterbringung, werde in den Mitgliedstaaten aber künftig über die EU-Struktur- und Regionalfonds gefördert, hieß es.

Die Pläne zu den Struktur- und Regionalfonds hatte die Kommission schon Ende Mai vorgestellt. Deutschland kann dabei als Ausgleich für die Flüchtlingskrise zwischen 2021 und 2027 auf rund 4,8 Milliarden Euro hoffen. Grundlage der Berechnung ist die Zahl der zwischen 2013 und 2016 aufgenommenen Nicht-EU-Bürger. Damit der Finanzplan umsetzbar wird, müssen ihn noch die EU-Mitgliedstaaten billigen.