Im Handelsstreit mit den USA haben die EU-Staaten offenbar einstimmig für Vergeltungsabgaben in Höhe von 2,8 Milliarden Euro auf US-Produkte gestimmt. Das berichteten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen dpa, Reuters und AFP und beriefen sich dabei auf EU-Kreise. In der Höhe werden die Zölle demnach in etwa gleich ausfallen wie die Anfang Juli verhängten Zölle auf europäische Importe in die USA. Die Maßnahme muss noch formell von den EU-Kommissaren bestätigt werden.

Ab wann die Zölle gelten werden, war zunächst unklar. Als frühestmöglicher Termin wurde der 20. Juni genannt. Die Importzölle sind die Antwort der EU auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Auf die Importe werden seit Anfang Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent bei Stahl und 10 Prozent bei Aluminium fällig. Betroffen sind auch Mexiko und Kanada, der größte Stahllieferant der USA. Sie alle halten Trumps Zölle für nicht vereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO, Kanada und die EU reichten Klage ein.

Nun soll umgekehrt die Einfuhr von US-Stahlprodukten, Whiskey, Erdnussbutter, Motorrädern von Harley Davidson und Levi's-Jeans besteuert werden. Die Liste war gemeinsam von den EU-Kommissaren erarbeitet worden.

Die EU-Zusatzzölle sollen zunächst auf jährliche Importe aus den USA im Gegenwert von 2,8 Milliarden Euro erhoben werden. In einem zweiten Schritt würde es den Planungen der EU-Kommission zufolge um Importe im Wert von weiteren 3,6 Milliarden Euro gehen.

Das Zwei-Stufen-Prinzip gibt es, weil die neuen US-Sonderzölle in zwei Kategorien eingeteilt werden können. Zum einen gibt es neue Abgaben auf Produkte, die zuletzt gar nicht verstärkt in die USA exportiert wurden, zum anderen auf solche Produkte, die zuletzt verstärkt in die USA gingen. Die Zölle auf die zweite Kategorie will die EU zunächst noch offiziell bei der WTO anfechten, bevor sie sie mit Importzöllen ausgleicht. Eventuell würden sie damit erst in drei Jahren kommen.