Die von Saudi-Arabien unterstützte Militärkoalition im Jemen hat ihren größten Angriff seit Beginn des Krieges vor drei Jahren gestartet: Sie will die am Roten Meer gelegene Hafenstadt Hudeida zurückerobern. Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe sind im Einsatz, wie die international anerkannte jemenitische Exilregierung mitteilte. 

Hudeida, rund 150 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Sanaa gelegen, verfügt über den größten Hafen des Jemens. 70 Prozent der Hilfslieferungen für den von den Huthi-Rebellen kontrollierten Norden des Landes kommen über diesen Hafen ins Land. Eine Unterbrechung des Nachschubs könnte eine Katastrophe für Millionen Menschen auslösen: Es droht eine Hungersnot.

Der UN-Sondergesandte Martin Griffiths hatte bis zuletzt versucht, den Angriff zu verhindern. Die UN bezeichnen die Situation im Jemen schon jetzt als größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart. Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge mussten Zehntausende Menschen wegen der Gewalt aus ihren Häusern fliehen.

Es ist das erste Mal seit ihrem Kriegseintritt 2015, dass die Militärallianz einen Angriff auf eine stark befestigte, größere Stadt startet. Ihr Ziel ist es, den Nachschub der Huthi-Rebellen zu stoppen und so die Aufständischen an den Verhandlungstisch zu zwingen.

Die Hauptstadt Sanaa hatten die Huthis bereits im September 2014 eingenommen. Sie kämpfen gegen die jemenitischen Streitkräfte, die nicht nur von Saudi-Arabien, sondern etwa auch von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt werden. Die beiden Koalitionspartner fürchten, dass der Iran mit der Unterstützung der Huthis seine Macht in der Region ausbauen will. Der Konflikt gilt deshalb als Stellvertreterkrieg. Friedensgespräche waren zuletzt 2016 gescheitert.