Im Kampf gegen Plastikmüll in den Ozeanen verweigern die USA und Japan den anderen G7-Staaten die Gefolgschaft. Angela Merkel sprach nach dem Treffen von einer Einigung zur Verpflichtung zum Schutz der Meere. "Wir haben uns verpflichtet, bis 2030 die Verwertbarkeit oder Recyclebarkeit von Plastikmüll und wo immer möglich auch den Ersatz von Plastikverpackungen in unseren Ländern zu erreichen", sagte die Kanzlerin. Nach Angaben von Kanadas Premierminister Justin Trudeau wollten sich die USA und Japan jedoch nicht verpflichten, bis 2030 eine vollständige Wiederverwertbarkeit von Plastik sicherzustellen. Auch das Ziel, bis 2030 mindestens 55 Prozent ihrer Kunststoffabfälle zu recyceln, trugen die USA und Japan nicht mit. Die entsprechende Selbstverpflichtung wurde deswegen nur von Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und der EU abgegeben. Von den G7-Staaten gelten die USA als größte Verursacher von Plastikverschmutzung in den Ozeanen. Weltweit liegen China, Indonesien und die Philippinen an der Spitze. 

Bei der Gleichberechtigung, einem der Schwerpunktthemen des kanadischen Gastgebers, gab es Fortschritte. So wollen die G7 bis 2020 mit rund 2,5 Milliarden Euro Frauen in Entwicklungsländern unterstützen. Mit weiteren 2,5 Millionen Euro soll Mädchen in Krisenregionen der Zugang zu Bildung ermöglicht werden. Von der Initiative sollen mehr als acht Millionen Kinder profitieren. Die Zusagen übersteigen deutlich die Forderungen von Gastgeber Kanada und Hilfsorganisationen, die 1,1 Milliarden Euro gefordert hatten. Weltweit können aktuell 75 Millionen Kinder in 35 Ländern nicht zur Schule gehen. 

Atomprogramme begrenzen

Die Wirtschaftsmächte erklären in ihrem Abschlussdokument auch, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abhalten zu wollen. Allerdings findet der Streit über den richtigen Weg dorthin keine Erwähnung. Die USA hatten angekündigt, aus dem Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe auszusteigen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen hingegen die Vereinbarung zusammen mit Russland und China unbedingt retten.

In der G7-Erklärung heißt es: "Wir sind entschlossen, dauerhaft sicherzustellen, dass das iranische Atomprogramm friedlich bleibt, gemäß den internationalen Verpflichtungen und Zusagen, niemals Atomwaffen anzustreben, zu entwickeln oder zu beschaffen." Außerdem wird der Iran in dem Dokument aufgerufen, die Finanzierung terroristischer Gruppen einzustellen und konstruktiv nach einer Konfliktlösung im Nahen und Mittleren Osten zu suchen. Die G7-Gruppe verurteilte das iranische Raketenprogramm als Bedrohung von Frieden und Sicherheit.

Nordkorea fordern die G7-Länder auf, Massenvernichtungswaffen und Raketenprogramme "vollständig, überprüfbar und unumkehrbar" zu beseitigen. Sie würdigten den Teststopp für Atomwaffen und Raketen, Kim Jong Uns Gipfel mit Südkoreas Präsident Moon Jae In und sein Bekenntnis zu atomarer Abrüstung sowie die "offenbare Schließung" des Atomtestgeländes Punggye-ri. Aber nur eine Beseitigung aller Massenvernichtungswaffen und Raketen könne "zu einer besseren Zukunft für alle Menschen auf der koreanischen Halbinsel und einer Chance auf Wohlstand für das Volk in Nordkorea führen, die zu lange gelitten haben", hieß es weiter.

Außerdem wurde Nordkorea aufgefordert, die Menschenrechte zu respektieren und die Frage von entführten Japanern zu klären. In den 1970er- und 1980er-Jahren hatte Nordkorea mehrfach Japaner verschleppt, die Spione trainieren sollten. Fünf konnten inzwischen heimkehren. Nordkorea behauptet, acht weitere seien gestorben. Tokio geht jedoch von 17 entführten Japanern aus und fordert volle Aufklärung.