Justin Trudeau hatte es bereits 2015 im Wahlkampf versprochen, doch dann dauerte es länger als geplant. Nun hat Kanada als erstes führende Industrieland den Anbau und Verkauf von Cannabis legalisiert. Der Senat stimmte mit 52 Stimmen dafür, 29 Abgeordnete sprachen sich dagegen aus.

Zuvor war das Gesetz mehrfach zwischen Senat und Unterhaus hin und her gegangen. Die Legalisierung war eigentlich für den 1. Juli geplant. Doch die Abgeordneten im Senat forderten mehr Zeit für Beratungen. Nach der Verabschiedung müssen Trudeau und sein Kabinett nun ein neues offizielles Startdatum innerhalb der kommenden acht bis zwölf Wochen festlegen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Volljährige dann straffrei kleinere Mengen Cannabis für den Privatgebrauch besitzen und konsumieren.

Die Hanfpflanze wird vor allem in Form von Haschisch – das gepresste Harz aus Pflanzenteilen – oder Marihuana – die getrockneten Blüten – konsumiert. Sein dauerhafter Konsum kann zu psychischer Abhängigkeit führen, Cannabis wird aber auch gegen Krankheiten eingesetzt.

Erlaubt, geduldet, illegal

2014 hatte Uruguay als weltweit erster Staat den Anbau und Verkauf von Marihuana unter staatlicher Kontrolle erlaubt. Auch in einigen US-Bundesstaaten ist Cannabis legal. In mehreren Ländern wie den Niederlanden werden Anbau und Verkauf teils geduldet. In anderen wird allein der Besitz hart bestraft.

In Deutschland gelten Cannabisprodukte als illegale Suchtmittel. Besitz, Anbau und Handel sind verboten. Die Behörden tolerieren aber meist geringe Mengen zum Eigenverbrauch. Die Staatsanwaltschaft kann dann von einer Strafverfolgung absehen. Ausnahmen gibt es für Menschen, die Cannabis zur Schmerztherapie einnehmen dürften.