Die Kongressmitglieder können sich nicht auf eine neue Einwanderungspolitik einigen: Die Republikaner haben eine ursprünglich für Donnerstag im Repräsentantenhaus geplante Abstimmung  US-Medienberichten zufolge auf kommende Woche verschoben.

Der Kompromiss soll Hunderttausenden als "Träumer" bezeichneten Einwanderern einen Pfad zu einem dauerhaft legalen Aufenthaltsstatus eröffnen. Es handelt sich bei ihnen um junge Erwachsene, die vor Jahren illegal ins Land gelangt waren und in den USA gut integriert sind. 

Zugleich zielt der Entwurf auf eine deutliche Eindämmung der Zuwanderung ab: Präsident Donald Trump soll Milliardensummen für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko bekommen. Auch die legale Einwanderung soll beschränkt werden.

Die Partei des Präsidenten verfügt zwar über die Mehrheit, ist aber bei der Einwanderungsreform gespalten. Selbst wenn der Entwurf das Repräsentantenhaus passieren sollte, wird er angesichts der knapperen Mehrheiten im Senat wenig Chancen auf Erfolg haben.  

 Trump kündigte eine Fortsetzung seiner restriktiven Einwanderpolitik an: "Wenn Leute unsere Grenzen durchbrechen, müssen wir sie aus dem Land bekommen", sagte er am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung in Washington. Nach anhaltender Empörung in der US-Öffentlichkeit hatte Trump am Vortag per Dekret beschlossen, dass illegal ins Land gelangten Migranten nicht mehr ihre Kinder weggenommen werden sollten. Er begründete diese Entscheidung mit "Mitgefühl".

Kinder sollen in Kasernen

Die Unterbringung der minderjährigen Migranten stellt die US-Behörden vor große organisatorische Probleme, weshalb jetzt die Armee aushelfen soll. Das Pentagon wurde vom Gesundheitsministerium darum gebeten, für die Unterbringung von 20.000 unbegleiteten Minderjährigen zu sorgen. 

Ein US-Armeesprecher sagte, das Pentagon treffe entsprechende Vorbereitungen, um die Kinder auf Militärstützpunkten unterzubringen. Bei den Kindern, die in den Stützpunkten untergebracht werden, handelt es sich um diejenigen, die die Grenze alleine illegal überquerten und nicht in Begleitung von Erwachsenen waren.

Völlig unklar war zudem, wie die bereits getrennten Familien wieder zusammengeführt werden sollen. Mehrere US-Bundesstaaten kündigten am Donnerstag an, die Trump-Regierung wegen der Familientrennungen zu verklagen. Trumps Dekret tue "nichts dafür, dass die bereits auseinandergerissenen Familien wieder zusammengeführt werden", hieß es vom Büro des Generalstaatsanwalts des Bundesstaates Washington, der die Klage anführt.

Die First Lady Melania Trump besuchte derweil ein Kinderheim in der texanischen Grenzstadt McAllen, um nach Angaben einer Sprecherin "mehr darüber zu erfahren", was die Regierung tun könne, "um Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen". Die First Lady besuchte Klassenzimmer in dem Kinderheim in Texas und fragte die Kinder, woher sie kämen und wie lange sie schon in der Unterkunft lebten. In dem Heim sind derzeit 55 Kinder aus Mittelamerika untergebracht.