Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Äußerung von US-Präsident Donald Trump widersprochen, die Kriminalität in Deutschland sei im Zusammenhang mit der Zuwanderung deutlich gestiegen. Die kürzlich vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik spreche für sich, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron auf Schloss Meseberg. "Wir sehen dort leicht positive Entwicklungen." Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr auf das niedrigste Niveau seit 25 Jahren gesunken.

Merkel ergänzte, die Behörden müssten natürlich immer noch mehr zur Kriminalitätsbekämpfung tun. "Aber das waren durchaus ermutigende Zahlen auf dem Weg weiterzuarbeiten, um Kriminalität zu reduzieren."

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zählt alle bundesweit von der Polizei bearbeiteten Straftaten, deckt also nicht das Dunkelfeld ab. Mehrere Kriminologen sprechen sich deshalb dafür aus, auch andere Daten, wie Opferbefragungen, gemeinsam mit der PKS auszuwerten, um ein genaueres Bild der Kriminalität in Deutschland zu erhalten. Auch sie sind sich aber einig, dass die Kriminalität insgesamt nicht zunimmt.  

Trump hatte deutschen Behörden auf Twitter indirekt vorgeworfen, einen Anstieg der Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit der Zuwanderung zu verschweigen. "Die Kriminalität in Deutschland ist um zehn Prozent gestiegen (Behörden wollen diese Verbrechen nicht melden), seit Migranten akzeptiert wurden", schrieb er. Am Vortag hatte Trump Kritik für seine Behauptung kassiert, die Kriminalität in Deutschland sei im Zuge der Zuwanderung deutlich gestiegen.