Das Flüchtlingsschiff Aquarius ist in Spanien angekommen. Die Aquarius und das erste ihrer zwei Begleitschiffe legten im Hafen der Stadt Valencia an, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Spanien hatte in Valencia den ehemaligen Stützpunkt des berühmten Segelrennens America's Cup aus dem Jahr 2010 in ein Logistikzentrum für die Geflüchteten umfunktioniert. Die Aquarius und die beiden italienischen Marineschiffe hatten insgesamt 629 Flüchtlinge an Bord.

Zuerst traf am Morgen das italienische Marineschiff Dattilo in Valencia ein. Es hatte nach Angaben des Roten Kreuzes 247 Flüchtlinge an Bord. Als das Schiff am Hafen anlegte, war an Bord Applaus zu hören. Zunächst gingen Ärzte mit Schutzanzügen auf das Schiff, um die Flüchtlinge untersuchen. Gut vier Stunden später traf dann auch die Aquarius in Valencia ein. Das italienische Marineschiff Orione soll nach Schätzungen der spanischen Behörden gegen Mittag folgen.

Die Migranten sollen zunächst auf dem Schiff einer ersten ärztlichen Untersuchung unterzogen werden, bevor sie an Land gehen, wie ein Sprecher der Regionalregierung bestätigte. Die Flüchtlinge waren vor der Überfahrt nach Spanien auf drei Schiffe verteilt worden. Unter ihnen sind 11 kleine Kinder, 89 unbegleitete Minderjährige und sieben Schwangere.

Die Migranten waren am vergangenen Wochenende aus Seenot gerettet worden. Die neue rechtspopulistische Regierung in Italien verweigerte jedoch die Einfahrt, ebenso die Nachbarregierung in Malta. Auch Frankreich bot sich nicht als Anlegehafen an – Präsident Emmanuel Macron nannte die Bootszurückweisung aus Rom aber "zynisch und irrational". Erst die neue sozialistische Regierung Spaniens erklärte sich zur Aufnahme bereit. Der Streit um die Aquarius-Flüchtlinge heizt seit Tagen die Diskussion über die Flüchtlingspolitik der EU an.

Die drei Schiffe, welche die Flüchtlinge nun an Land bringen, sollen amtlichen Angaben zufolge in Abständen von rund drei Stunden in Valencia anlegen, um eine bessere Betreuung sicherzustellen. Knapp 300 Vertreter des spanischen Roten Kreuzes sollen anschließend die Migrantinnen und Migranten an Land empfangen und betreuen. Insgesamt sind rund 2.300 Menschen an der Betreuung beteiligt, darunter 470 Dolmetscher.    

Spanien will keinen Unterschied zu anderen Geretteten machen. "Sie werden so behandelt werden, wie alle Flüchtlinge, die bei uns etwa auf Booten eintreffen", erklärte Innenminister Fernando Grande-Marlaska. Jeder Fall werde einzeln geprüft.