Einen Tag nach dem Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die US-Regierung einen Zeitrahmen zur Abrüstung Nordkoreas genannt. Außenminister Mike Pompeo sagte, die Denuklearisierung werde "ganz bestimmt" bis zum Ende der derzeitigen Amtszeit von Trump erfolgen – also bis November 2020. "Wir sind hoffnungsvoll, dass wir dies in zweieinhalb Jahren schaffen können."

Trump twitterte, von Nordkorea gehe nun "keine atomare Bedrohung mehr" aus. Nordkoreas Staatsmedien zufolge nahmen Kim und Trump gegenseitige Einladungen nach Washington und Pjöngjang "erfreut" an.

Kim Jong Un hatte bei dem Gipfeltreffen in Singapur in die komplette atomare Abrüstung seines Landes eingewilligt und eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Nähere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden allerdings zunächst nicht genannt. Pompeo sagte, an den Details werde noch gearbeitet. Das schriftliche Abkommen umfasse nicht alles, was mündlich vereinbart worden sei.

Weitere Gespräche angekündigt

 "Lassen Sie mich versichern, dass 'komplett' (in Bezug auf die nukleare Abrüstung) für alle Beteiligten auch 'überprüfbar' bedeutet", sagte Pompeo. Er erklärte, bald nach der Rückkehr der Nordkoreaner und US-Vertreter in ihre Heimatländer werde es zu weiteren Gesprächen kommen, womöglich bereits in der kommenden Woche.

Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, die schlechten Beziehungen zwischen Nordkorea und den USA hätten nun "über den längsten Zeitraum auf Erden" angedauert. Mit ihren Treffen hätten Kim und Trump Geschichte geschrieben. Kim habe die Einladung Trumps in die USA angenommen und wolle Trump "zu gegebener Zeit" auch nach Pjöngjang einladen. Beide hätten die gegenseitigen Einladungen angenommen und seien überzeugt, damit ihre Beziehungen zu verbessern, hieß es bei KCNA.

Trump hatte bei dem Gipfel überraschend auch ein Ende der Militärmanöver mit Südkorea angekündigt – eine langjährige Forderung Pjöngjangs. Das Pentagon versicherte am Dienstag, US-Verteidigungsminister Jim Mattis sei dabei nicht von Trump übergangen worden. "Er war nicht überrascht, er war gefragt worden", sagte eine Sprecherin. "Es gab keine Überraschungen", fügte sie hinzu.

Nordkorea-Gipfel - "We'll meet again" Am Ende des Gipfels begaben sich Kim Jong Un und Donald Trump vor die Presse. Der US-Präsident lobte Kim als "großartige Persönlichkeit". Der Auftritt im Video © Foto: Pool / Reuters