Das US-Verteidigungsministerium hat einen Bericht der Washington Post dementiert, wonach die USA einen Abzug der in Deutschland stationierten US-Soldaten und damit des größten Kontingents außerhalb der USA prüfen würden. Die Zeitung hatte unter Berufung auf eine interne Studie des Pentagon berichtet, dass die 35.000 Soldatinnen und Soldaten entweder zum großen Teil in die USA zurückkehren oder aber zum Teil oder komplett nach Polen verlegt werden könnten.

Dem Bericht zufolge soll der Vorschlag auf US-Präsident Donald Trump zurückgehen, der ihn bei einem Treffen mit Militärberatern und Vertretern des Weißen Hauses gemacht haben soll. Demnach reagierten die europäischen Nato-Mitglieder beunruhigt und versuchten zu klären, ob Trump es ernst meint oder die Drohung lediglich eine Verhandlungstaktik im Vorfeld des Nato-Gipfels im Juli ist.

Unterdessen erneuerte der US-Präsident seine Kritik an den europäischen Nato-Verbündeten. Vor allem Deutschland würde zu wenig für die Nato zahlen und müsste "mehr Geld ausgeben", sagte er vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Weg von Washington zu seinem privaten Golfclub in New Jersey. Gleiches gelte für Frankreich und Spanien. "Es ist nicht fair, was sie mit den USA gemacht haben", bekräftigte er frühere Vorwürfe, wonach eine Reihe von Nato-Staaten eine 2014 getroffene Vereinbarung zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts tatsächlich nicht einhalten – darunter auch die Bundesrepublik.