Mindestens fünf Menschen sind bei Demonstrationen gegen die Regierung in Nicaragua gestorben. In der Stadt Jinotega, die rund 140 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt liegt, wurde ein 21-Jähriger erschossen. Das berichtete die Zeitung El Nuevo Diario. Auch sei später ein weiterer Toter gefunden worden. Im Nordosten des Landes sei ein Bauer erschossen worden, berichtete die Zeitung. Zudem seien Dutzende bei den Protesten verletzt worden.

In der Stadt Jinotepe starben zwei Kriegsveteranen, die die Polizei unterstützten. Anhänger des umstrittenen Präsidenten Daniel Ortega, die Polizei und einige Schlägergruppen hatten in mehreren Städten Nicaraguas versucht, Straßensperren zu durchbrechen. Mehrere Dutzend Menschen wurden nach Angaben der Vereinigung für Menschenrechte Nicaraguas festgenommen.

Die Proteste gegen den autoritären Präsidenten und dessen Ehefrau, die Vizepräsidentin Rosario Murillo, dauern bereits fast zwei Monate an. Auslöser war ursprünglich eine Sozialreform gewesen, die Ortega später wieder zurücknahm. Seither gehen die Menschen auf die Straßen, um einen Rücktritt des Politiker-Ehepaars und ein Ende der autoritären Regierung durchzusetzen.