Nicaraguas Regierung und Bürgerrechtler haben sich nach zwei Monaten Unruhen auf ein Ende der Gewalt in dem Land geeinigt. "Die Nicaraguaner brauchen keine weitere Gewalt", sagte der Außenminister des zentralamerikanisches Landes, Denis Moncada. Er fungiert in dem Konflikt als Chefunterhändler der Regierung. Vertreter von Bürgerrechtsgruppen begrüßten die Einigung. Sollte sich die Regierung jedoch nicht an die Bedingungen der Vereinbarung halten, würden jedoch friedliche Proteste wieder aufgenommen.

Nachdem Präsident Daniel Ortega im April überraschend angekündigt hatte, Rentenleistungen zu kürzen, fanden im ganzen Land Demonstrationen statt. Zwar rückte er rasch von seinen Plänen ab, doch das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten löste eine landesweite Protestwelle gegen Ortega aus. Nach Angaben des nicaraguanischen Menschenrechtszentrums wurden bei Ausschreitungen zwischen Proregierungskräften und Demonstranten innerhalb von acht Wochen 170 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Die am Freitag unter Vermittlung der katholischen Kirche erzielte Vereinbarung sieht vor, eine internationale Taskforce ins Land zu lassen, um die Todesfälle während der Proteste zu untersuchen. Provisorische Straßensperren, die zu massiven Verkehrs- und Handelseinschränkungen geführt haben, sollen schrittweise abgebaut werden. Am Samstag sollen weitere Gespräche folgen. Dabei soll es auf Vorschlag der Kirche um die Ansetzung von Neuwahlen und die Umsetzung politischer Reformen gehen. Ortegas derzeit dritte Amtszeit in Folge endet regulär 2021.