Mit einem Tag Verspätung hat die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA über den Gipfel von Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump in Singapur berichtet. Es hieß, die Führer der beiden Staaten seien zusammengekommen, um erste Schritte zur Versöhnung "nach rund 70 Jahren Konfrontation und Antagonismus" zu unternehmen.

KCNA zitierte Kim Jong Un, der das Gipfeltreffen als "radikalen Wendepunkt" in den angespannten Beziehung zwischen Nordkorea und den USA bezeichnete. Die Agentur beschrieb fast jeden Schritt der beiden Staatsmänner, angefangen vom ersten Händeschütteln, den Fotos, bis hin zum Verlauf der Gespräche, sowohl unter vier Augen als auch später im erweiterten Kreis mit Beratern.

Kim habe sich mit Trump auf einen schrittweisen Prozess der Denuklearisierung im Gegenzug für wechselseitige Zugeständnisse der USA geeinigt, meldete KCNA. Beide seien übereingekommen, dass für Frieden, Stabilität und Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel "das Prinzip schrittweiser und gleichzeitiger Schritte" wichtig sei. Diese nukleare Abrüstung sei jedoch vom Ende der Feindschaft mit den USA abhängig.

Regierungsvertreter der USA hatten zuvor gesagt, dass Nordkorea rasche Maßnahmen hin zu einer Atomabrüstung im Gegenzug für bedeutsame Vorteile einleiten müsse. Einige Experten argumentierten, dass eine nur stufenweise atomare Abrüstung Pjöngjangs eine List sein könnte, um Zugeständnisse zu bekommen und eine Denuklearisierung zu verschleppen. 

Nach Worten von Donald Trump hat das historische Gipfeltreffen zur Verhinderung einer "atomaren Katastrophe" beigetragen: Die Welt sei einen großen Schritt zurückgetreten von einer möglichen solchen, schrieb er auf Twitter.

"Keine Raketenabschüsse, Atomtests oder Forschung mehr!", twitterte der US-Präsident. Er dankte dem Vorsitzenden Kim, "unser Tag zusammen war historisch!" Das "beispiellose Treffen" – das erste zwischen einem amerikanischen Präsidenten und einem Führer Nordkoreas – beweise, dass echte Änderungen möglich seien, schrieb Trump.