Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un wird erneut in China erwartet, wo er an diesem Dienstag und Mittwoch die Führung in Peking über die Ergebnisse seines Gesprächs mit US-Präsident Donald Trump informieren will. Dort war der Nordkoreaner vor einer Woche erstmals mit US-Präsident Donald Trump zusammengekommen.

Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, herrschten am Flughafen von Peking strenge Sicherheitsvorkehrungen; paramilitärische Sicherheitskräfte hinderten Journalisten daran, Fotos zu schießen. Später verließ ein Konvoi mit Fahrzeugen ohne Flaggen den Airport. Ob Kim aber tatsächlich bereits in Chinas Hauptstadt eingetroffen ist, ist unklar.

USA und Südkorea sagen Manöver ab

In der vergangenen Woche hatten sich Kim und Trump erstmals getroffen und aus Sicht der US-Regierung eine historische Vereinbarung getroffen. So bekräftigte Kim Jong Un seinen Willen zur Denuklearisierung, während sein US-Kollege ankündigte, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea in der Region zu stoppen.

Zumindest diesen Plan haben die USA und Südkorea in einem ersten Schritt umgesetzt: Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul und des Pentagon wurde die für August geplante Ulchi-Freedom-Guardian-Übung, an der 17.500 US-Soldaten teilnehmen sollten, abgesagt. Für weitere Manöver wurden demnach noch keine Entscheidungen getroffen. Eine Sprecherin des Pentagon betonte, dass Übungen im Pazifik außerhalb der koreanischen Halbinsel von den generellen Plänen der Regierung nicht betroffen sind.

China wird diese Manöverabsage recht sein: Das KP-Regime in Peking will weder das US-Militär in der Region – noch nordkoreanische Atomwaffen. Auch deshalb unterstützte China die internationalen Sanktionen gegen Nordkorea, was für das Land besonders zu spüren war, da China der engste Handelspartner der Kommunisten in Pjöngjang ist.

Zuletzt näherten sich die beiden Staaten wieder an. Ende März war Kim Jong Un zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt 2011 nach Peking gereist. Der Überraschungsbesuch sollte die alte Freundschaft wiederbeleben. In der Folge unterstützte China das Treffen mit Kim und Trump nicht nur diplomatisch, sondern auch logistisch. Der nordkoreanische Führer und seine Delegation waren mit einer Sondermaschine der chinesischen Fluggesellschaft Air China nach Singapur gereist.

Nordkorea-Gipfel - "We'll meet again" Am Ende des Gipfels begaben sich Kim Jong Un und Donald Trump vor die Presse. Der US-Präsident lobte Kim als "großartige Persönlichkeit". Der Auftritt im Video © Foto: Pool / Reuters