Paul Manafort - Sonderermittler Mueller beschuldigt Trumps früheren Wahlkampfmanager Laut US-Sonderermittler Robert Mueller soll Donald Trumps ehemaliger Kampagnenleiter Paul Manafort Zeugen beeinflusst und Beweise verheimlicht haben. Manafort ist derzeit unter anderem wegen Geldwäsche, sowie Bank- und Steuerbetrug angeklagt. © Foto: Yuri Gripas/Reuters

Der FBI-Sonderermittler in der Russland-Affäre hat dem früheren Wahlkampfchef von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, die versuchte Einflussnahme auf Zeugen vorgeworfen. In einem Gerichtsdokument schreibt Robert Mueller, dass Manafort und eine weitere Person wiederholt per Telefon, SMS und verschlüsselten Botschaften mit zwei Personen aus der Lobbygruppe Hapsburg GroupKontakt aufgenommen hätten. Manafort habe Zeugen beeinflussen und Beweise verheimlichen wollen, heißt es in dem Dokument. Mueller bat den zuständigen Richter, Manafort vor seinem Prozess wieder in Haft zu nehmen.

In dem Gerichtsdokument werden keine Namen genannt. Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden Zeugen auf Anweisung Manaforts Öffentlichkeitsarbeit zugunsten der Ukraine in den USA und in Europa erledigt haben. Unter anderem sollen sie dabei geholfen haben, eine Gruppe früherer europäischer Politiker für inoffizielle Lobbyarbeit einzuspannen. Muellers Ermittlern zufolge soll Manafort die beiden Zeugen während seines Hausarrestes kontaktiert haben.

Wie die Washington Post schreibt, könnte es sich bei einem der Zeugen um Konstantin Kilimnik handeln. Dieser hatte mehrere Jahre lang für Manaforts Geschäfte in Kiew geleitet.

Manafort will die Vorwürfe prüfen

Derzeit ist Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager unter anderem wegen Verschwörung zur Geldwäsche sowie Bank- und Steuerbetrug in Washington angeklagt. Zudem soll er zusammen mit dem stellvertretenden Wahlkampfvorsitzenden Rick Gates als ausländischer Agent für ukrainische Interessen gearbeitet haben. Manafort bestreitet die Vorwürfe. Sein Sprecher Jason Maloni sagte, dass Manafort die jüngsten Vorwürfe des Mueller-Teams prüfe.

Der frühere FBI-Chef Mueller ermittelt zu der Frage, ob Trumps Wahlkampfteam vor Amtsantritt des Präsidenten illegal mit Moskau kooperierte und ob der US-Präsident später versuchte, die Ermittlungen zu den Russland-Kontakten zu behindern.

US-Präsident Trump bestreitet eine russische Einflussnahme und bezeichnet Muellers Ermittlungen als "Hexenjagd". Zugleich ging er auf Distanz zu Manafort und streitet ab, dass die aktuellen Ermittlungen gegen Manafort mit seiner Wahlkampagne in Zusammenhang stehen.