Der Botschafter der USA in Berlin, Richard Grenell, wird anders als angekündigt kein Essen für Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz geben. Das Treffen sei aus Termingründen abgesagt worden, sagte ein Sprecher der US-Botschaft der Nachrichtenagentur Reuters. Die Einladung hatte zusammen mit einem umstrittenen Interview Grenells für Kritik auch aus der Koalition gesorgt.

Kurz wird bei seinem Deutschlandbesuch in einen Streit zwischen CSU und CDU über die mögliche Zurückweisung von Asylbewerbern an der bayerisch-österreichischen Grenze geraten: Der Kanzler trifft Innenminister und CSU-Chef Horst Seehofer. Am Abend wird der konservative Politiker mit seiner Kollegin Angela Merkel zusammentreffen. Beide Regierungschefs halten am Abend Reden beim CDU-Wirtschaftsrat.

Während die CSU Flüchtlinge, die in anderen europäischen Staaten bereits registriert wurden, zurückweisen will, lehnt Merkel dies ab und setzt auf eine europäische Lösung. Österreich übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft. Kurz koaliert in Österreich mit der rechtspopulistischen FPÖ und vertritt wie die CSU in der Asylpolitik einen vergleichsweise harten Kurs. Die bayerische Staatskanzlei gab am Montag bekannt, dass die Kabinette der bayerischen und der österreichischen Regierung am 20. Juni in Linz zusammenkämen.