Die türkische Luftwaffe hat nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdoğan ein Treffen der kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak angegriffen. Dabei seien wahrscheinlich ranghohe PKK-Militanten getroffen worden, sagte Erdoğan dem Fernsehsender Kanal 7.

Ziel des Angriffs war demnach ein Gebiet in den Kandil-Bergen nahe der Grenze zwischen Irak und Iran. Die türkische Regierung vermutet, dass sich dort Anführer der verbotenen PKK aufhalten. In der Nähe sind nach Regierungsangaben türkische Soldaten rund 30 Kilometer weit auf irakisches Gebiet vorgedrungen.

Erdoğan sagte, der jüngste Luftangriff habe einem sehr wichtigen Treffpunkt der PKK gegolten. "Wir haben noch keine Ergebnisse, aber es steht fest, dass sie getroffen wurden."

Die türkische Führung hat in jüngster Zeit wiederholt mit einer Bodenoffensive in den Kandil-Bergen gedroht. Er habe darüber mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani gesprochen, sagte Erdoğan. Beide seien sich einig, dass die Sicherheit in der Region gewahrt werden müsse. Die Türkei hat auch mit dem Irak über eine mögliche türkische Offensive in den Kandil-Bergen beraten. Erdoğan sagte, sein Land werde nun abwarten, bis sich die neue Regierung im Irak nach der Wahl im Mai gebildet habe.

Eine Offensive des türkischen Militärs gegen die PKK in den Kandil-Bergen wäre sein dritter grenzüberschreitender Einsatz seit 2016. Die ersten beiden Offensiven galten kurdischen Kämpfern im Norden Syriens.